Bleibt Günther-Schmidt? Nach Defensivzugängen konzentriert sich FC Carl Zeiss Jena auf Offensive

Jena  Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena holt drei neue Abwehrspieler und konzentriert die Bemühungen nun auf die Offensive.

Julian Günther-Schmidt wird auch vom Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt umworben.

Foto: Tino Zippel

Für Chris Förster sind die Tage vorm Trainingsstart die anstrengendsten des Jahres. „Mein Handy glüht“, sagt der Geschäftsführer des FC Carl Zeiss Jena. Gut 50 Telefonate führte er am Dienstag, um weitere Vertragsabschlüsse zu fixieren.

Wenn Lukas Kwasniok seinen Wunschzettel vorlegt, beginnt die Arbeit des Managers. Angebote wollen erstellt, Konditionen verhandelt sein. Und es scheint gut zu laufen: In dieser Woche erwartet der Klub bis zu acht Abschlüsse, also Vertragsverlängerungen oder Zugänge – das Ergebnis der Teamarbeit in den vergangenen Wochen.

Am Dienstag legten die Jenaer schon am Morgen los. Tim Kircher, ein 20 Jahre alter Rechtsverteidiger, kommt für eine Spielzeit auf Leihbasis vom Karlsruher SC. „Er ist jung, ehrgeizig, entwicklungsfähig und verfügt über eine sehr gute Spielauffassung“, sagt Trainer Lukas Kwasniok, der Kircher im Nachwuchsbereich drei Jahre lang trainiert hat. Der Spieler sieht es als gute Chance, sich in Jena weiterzuentwickeln.

Damit der FC Carl Zeiss bei einem Erfolg auch die Früchte erntet, hat Geschäftsführer Förster eine Kauf­option in den Leihvertrag verhandelt. Nach einer Spielzeit haben die Jenaer so die Möglichkeit, Kircher längerfristig an den FC Carl Zeiss zu binden. Der Vertrag des Spielers in Karlsruhe läuft noch bis zum Sommer 2021.

Den anderen Weg gehen die Jenaer bei Maximilian Rohr, für den sie eine fünf­stellige Ablöse an den Oberligisten SGV Freiberg zahlen. Der talentierte Spieler erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag, der aber mit einer Option für eine dritte Spielzeit versehen ist. Vereinsintern trauen sie dem 23-Jährigen sogar den Sprung in die zweite Bundesliga zu, obwohl er bislang im Männerbereich maximal in der fünften Liga gespielt hat. Rohr, dessen Wechsel feststeht, soll in Jena mit Marius Grösch um den Platz des rechten Innenverteidigers kämpfen.

Für die linke Innenverteidigung steht Michael Schüler im Kader. Neu ins Paradies kommt Marian Sarr. Der 24-Jährige spielte zuletzt für den Absteiger VfR Aalen, war dort aber nicht in der Abwehr gesetzt. Er hatte die Jugend von Schalke 04 und Bayer Leverkusen durchlaufen, bevor ihn Borussia Dortmund verpflichtete. Die kolportierte Ablöse lag bei 1,5 Millionen Euro. Für Dortmund kam Sarr in einem Champions-League-Spiel und zwei Bundesliga-Partien zum Einsatz. Mehrere Verletzungen verhinderten, dass er sich beim Spitzenteam durchsetzte. Über die zweite Mannschaft des VfL Wolfsburg gelangte er zum VfR Aalen, für den er 13 Mal dritte Liga spielte.

Der Zeiss-Trainer umschreibt Sarrs Vorzüge mit groß, kopfballstark und schnell. „Ich bin überzeugt davon, dass wir ihm dabei helfen werden, sein Potenzial abzurufen“, sagt Kwasniok.

„Nach den Gesprächen mit dem Trainer war mir recht schnell klar, dass ich den Schritt nach Jena unbedingt gehen möchte und wir zusammen erfolgreich sein können“, sagt Sarr. „ In Jena herrscht eine große Identifikation mit dem FC Carl Zeiss, so dass ich mich jetzt schon auf die Herausforderung und die Fans in Jena freue.“

Laut Geschäftsführer Förster passt der Spieler gut ins sportliche Konzept. Zudem sei Sarr ein erfolgshungriger, sympathischer Typ, obwohl er früh in seiner Laufbahn große Erfolge gefeiert habe. Sarr erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag, ebenfalls mit der Option auf ein weiteres Jahr bei einer entsprechenden Zahl von Einsätzen.

Mit der Personalie haben die Jenaer vier Innenverteidiger an Bord und den erfahrenen Nico Hammann, der vorrangig im defensiven Mittelfeld spielen soll, als zusätzliche Option. Dennoch bleibt eine Hintertür für Dominic Volkmer (Jahn Regensburg) offen.

Der FC Carl Zeiss konzentriert sich nun voll auf die offensiven Außenpositionen und den Angriff. Unter anderem hoffen sie auf eine Zusage von Julian Günther-Schmidt, um den aber auch der Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt buhlt.

Förster hat inzwischen sein heißgelaufenes Telefon an die Leine gelegt. Damit nicht kurz vor der Ziellinie der Akku schlapp macht.

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