Erfurter Fans räumen Schnee, Ultras boykottieren Spiel

Erfurt  Erfurt. Fast 50 Anhänger von Rot-Weiß Erfurt halfen mit, dass das Duell gegen Dynamo Dresden ausgetragen werden konnte. Scharfe Kontrollen an den Eingängen ließen Ultras fern bleiben.

Am Samstagmorgen räumen etwa 50 Erfurter Fans den Schnee vom Platz und von den Zuschauerrängen. Foto: Sascha Fromm

Am Samstagmorgen räumen etwa 50 Erfurter Fans den Schnee vom Platz und von den Zuschauerrängen. Foto: Sascha Fromm

Foto: zgt

Der Aufruf des Vereins an die Anhänger, das Stadion vom Schnee und Eis zu befreien und so das Spiel stattfinden zu lassen, wurde gerne aufgenommen. Fast 50 Fans schippten ab dem frühen Samstagmorgen die weiße Pracht vom Spielfeld und von den Traversen, sodass eine Austragung des Duells gewährleistet werden konnte.

Während viele danach das Derby live verfolgten, blieben die im Block E beheimateten Ultras überwiegend fern. Sie fühlten sich von den gesonderten Einlasskontrollen genötigt. Aus Angst vor Schmuggelei von Pyrotechnik oder Böllern hatten Polizei und Sicherheitsdienst verschärfte Kontrollen durchgeführt und dabei auch Sprengstoffhunde eingesetzt, die die Personen absuchten. Einige Anhänger sollten sich in der Folge entkleiden – für die Ultras war damit eine Grenze überschritten, sie zogen sich zurück.

Rückblickend betrachtet waren die verschärften Kontrollen am Haupteingang allerdings gerechtfertigt – kurz vor Ende der ersten Halbzeit wurde ein Böller aus eben jenem Block gezündet, der im gesamten Stadion deutlich zu hören war.

Beim Polizei-Inspektionsdienst Erfurt Süd zog man derweil ein positives Fazit. „Es gab keine meldbaren Zwischenfälle“, erklärte ein Sprecher. Nach dem Spiel gab es im Bereich des Fanhauses eine kleine Rangelei zwischen 50 Heimfans.

Die Abreise der Dynamo-Fans sei insgesamt reibungslos verlaufen. Etwa 100 Dresdner Fans verweigerten nach dem Spiel den Fantransport und begaben sich in die Werner-Seelenbinder-Straße. Als sie dann doch in die bereitgestellten Shuttle-Busse gebracht wurden, wurde während der Fahrt die Heckscheibe eines Busses eingeschlagen. Aus diesem Grund wurden von 40 Personen aus diesem Bus die Personalien festgestellt.

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