Kraftakt beim FC Rot-Weiß Erfurt: Drei Millionen Euro in sechs Wochen gesammelt

Erfurt  Im Kampf um die Lizenz muss der FC Rot-Weiß Erfurt morgen die hohen DFB-Auflagen erfüllt haben. Das Präsidium ist optimistisch.

Zittersaison mit Happy End? Hinter Rolf Rombach (links) und Thomas Kalt liegen harte Wochen.

Zittersaison mit Happy End? Hinter Rolf Rombach (links) und Thomas Kalt liegen harte Wochen.

Foto: Frank Steinhorst

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Rolf Rombach weilte gestern in Frankfurt. Aber nicht in der DFB-Zentrale, wie man vermuten konnte, sondern bei einer beruflichen Weiterbildungsveranstaltung. Auch morgen 15.30 Uhr, wenn die DFB-Frist zur Erfüllung der Auflagen und Bedingungen für die Drittliga-Lizenz abläuft, wird der Rot-Weiß-Präsident die umfangreichen Unterlagen nicht persönlich überbringen. Heutzutage läuft alles sukzessive per E-Mail.

„Ab acht Uhr sitze ich in der Geschäftsstelle und schaue mir alles noch einmal an. Und dann hoffe ich, dass wir es geschafft haben“, sagt der Clubchef und spricht von den härtesten Wochen seiner zwölfjährigen Amtszeit. Er dankte vor allem Vizepräsident Thomas Kalt und Konstantin Krause mit seinem Team der Geschäftsstelle für deren „unermüdlichen Einsatz“.

Fast drei Millionen Euro hatte der Verein innerhalb von sechs Wochen aufbringen müssen. Eine Summe, die selbst Marathonläufer Kalt zunächst wie eine kaum zu bewältigende Strecke vorkam. Um das Umfeld „nicht zu lähmen oder gar mit den Zahlen zu erschlagen“, behielt man die genauen Forderungen lange für sich. Im Hintergrund arbeitete die kleine Crew jedoch auf Hochtouren, schloss neue Sponsorenverträge ab, gab Darlehen, verlängerte Kredite und scheint den Kraftakt nun tatsächlich bewältigt zu haben.

Gedränge vor dem Beschwerde-Ausschuss

„Zwar sind alle Zusagen da“, erklärt Kalt am Mittwoch. „Aber es fehlen noch ein paar Verträge. Es wird ein Fotofinish.“ Der Optimismus ist dennoch groß, nach den erfüllten sportlichen Aufgaben mit Klassenerhalt und Landespokalsieg auch die finanzielle Basis zu legen. In mittlerweile 17 Jahren, in denen er mit dem Lizenzierungsverfahren zu tun, waren die vergangenen eineinhalb Monate auch für Kalt eine „extrem intensive Zeit“.

Noch nie hätte er erlebt, dass im Frühjahr ein solches Gedränge vor dem Beschwerde-Ausschuss des DFB geherrscht hat. Von den 20 Drittligisten waren dort 14 vorstellig, um den hohen Auflagen zu widersprechen. Ei-ne Quote, die dem Verband zu denken geben sollte. Ob alle betroffenen Vereine die ihnen gestellten Hürden überspringen konnten, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

Die Hoffnung, trotz der sportlichen Abstieges weiterhin drittklassig zu bleiben, ist in Paderborn und vor allem bei Mainz II noch existent. Zumal derzeit auch völlig offen scheint, ob Zweitliga-Absteiger TSV 1860 München überhaupt eine Zukunft in der dritten Liga besitzt.

Sechs bis acht neue Akteure sollen kommen

Unterdessen gratulierten die Rot-Weiß-Verantwortlichen den Regensburgern zum Aufstieg in die 2. Bundesliga: „Ihr Erfolg beweist, dass nicht immer nur das Geld den Ausschlag gibt“, meint Rombach. „Der Etat des Jahn ist nur etwas höher als unserer. Das macht uns Mut und zeigt, was mit jungen, hungrigen Spielern alles möglich ist“, zollt der Erfurter Präsident dem bisherigen Ligarivalen Hochachtung.

Der FC Rot-Weiß plant mit einem unveränderten Etat von 2,6 Millionen Euro für die nächste Saison. Sechs bis acht neue Akteure sollen an den Steigerwald kommen; je nachdem, wer den Verein noch verlassen wird.

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