Letzter! Rot-Weiß Erfurt weiter ohne Sieg

Erfurt  Erfurt. Beim 1:1 gegen Münster enttäuschen die Erfurter vor allem in der zweiten Halbzeit und stehen am Mittwoch in Großaspach unter Zugzwang

Flugeinlage: Münsters Benjamin Schwarz (links) und der Erfurter Offensivspieler Florian Bichler landen beim Kampf um den Ball unsanft auf dem Rasen. Foto: Marco Kneise

Foto: zgt

Sebastian Tyrala suchte erst gar nicht nach Ausflüchten: „Die zweite Halbzeit war unsere schlechteste in der ganzen Saison“, schimpfte er nach dem 1:1 gegen Preußen Münster.

Erklären konnte sich der Rot-Weiß-Kapitän den Leistungseinbruch seiner Mannschaft nach der Pause nicht. Trainer Christi-an Preußer versicherte: „Es war nicht unsere Absicht, abwartend zu spielen. Wir wollten weiter so aggressiv draufgehen wie in der ersten Hälfte. Leider ist uns das überhaupt nicht gelungen.“

Am Ende mussten die Erfurter mit dem Unentschieden zufrieden sein. Den Sturz ans Tabellenende konnte der eine Zähler aber auch nicht verhindern. Am Mittwoch, 18.30 Uhr, bei Sonnenhof Großaspach muss endlich der erste Saisonsieg her.

Preußer gab sich kämpferisch: „Im Optimalfall können wir diese englische Woche mit sieben Punkten abschließen. Und das streben wir natürlich an.“

Voraussetzung ist jedoch eine gute Darbietung über 90 Minuten. Gegen ballsichere Münsteraner wussten die Erfurter allenfalls im ersten Durchgang zu gefallen. Da kauften sie dem Gegner mit aggressivem Zweikampf-verhalten mehrfach den Schneid ab und versuchten, schnell in die Spitze zu spielen.

„Leider kommt der letzte Pass noch zu selten an. Sonst würden wir öfters frei vorm Tor stehen“, monierte Carsten Kammlott. Lediglich einmal kombinierte sich Rot-Weiß durch das Zentrum bis zum Abschluss – Kammlott ließ sich die Chance nicht entgegen und erzielte das 1:0 (38.).

Der Jubel währte jedoch nicht lange. Fünf Minuten später spazierte Kara über das halbe Feld und bediente Krohne per Steilpass. Dessen Eingabe von der Grundlinie konnte der herausgeeilte Philipp Klewin nicht verhindern, Laprevotte schob zum Ausgleich ins leere Tor ein.

„Sicher muss ‚Klewi‘ den Ball haben, wenn er rausgeht. Aber die Fehlerkette begann viel früher“, sagte Tyrala. So hätte Kara gestellt werden müssen, notfalls mit einem taktischen Foul an der Mittellinie. Dass Münsters Angriff eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters beim Einwurf vorausgegangen war, passte ins traurige Bild.

Eine Begründung für den energielosen Auftritt nach dem Seitenwechsel kann das ärgerliche 1:1 aber nicht gewesen sein. Als hätte man ihnen den Stecker gezogen, hechelten die Rot-Weißen Ball und Gegner nur noch hinterher: Kein Zugriff in den direkten Duellen, eine haarsträubende Raumaufteilung und zahllose Fehlpässe prägten die Szenerie. Münster hatte gefühlte 90 Prozent Ballbesitz, was Ralf Loose „auswärts für alles andere als normal“ hielt. „Deshalb hätten wir mehr als einen Punkt mitnehmen müssen“, haderte Münsters Trainer mit dem Ausgang.

Allerdings hätten auch die Erfurter in der Endphase den Spielverlauf konterkarieren können. Nachdem der bereits verwarnte Schwarz für sein rüdes Einsteigen gegen Okan Aydin die gelb-rote Karte gesehen hatte, witterte die Preußer-Elf plötzlich ihre Chance. Sie warf nun alles nach vorn und besaß mit Aydins Freistoß und vor allem Tugay Uzans Kopfball in der Nachspielzeit die Möglichkeiten zum 2:1.

„Dieses Glück haben wir derzeit leider nicht“, sagte Preußer und wollte auf den letzten Platz nicht eingehen: „Auf die Tabelle gucken wir nicht.“ Verständlich.

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