Präsident Rombach stellt sich hinter Trainer Emmerling

Weil die Leistung des FC Rot-Weiß trotz des 0:1 in Osnabrück nicht desolat war, genießt Trainer Stefan Emmerlings weiterhin das Vertrauen des Präsidenten. Jens Möckel feiert nach einem erneuten Feldverweis von Joan Oumari seinen Wiedereinstand. Rolf Rombach erwägt eine Verstärkung der Offensive.

Unmittelbar nach dem Abpfiff in Osnabrück besprechen Präsident Rolf Rombach (links) und Cheftrainer Stefan Emmerling die Situation. Im Hintergrund: Rene Twardzik, Alexander Fromm und Torsten Traub. Foto: Frank Steinhorst

Unmittelbar nach dem Abpfiff in Osnabrück besprechen Präsident Rolf Rombach (links) und Cheftrainer Stefan Emmerling die Situation. Im Hintergrund: Rene Twardzik, Alexander Fromm und Torsten Traub. Foto: Frank Steinhorst

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Erfurt. Stefan Emmerling bleibt Trainer des FC Rot-Weiß. Das sagte Präsident Rolf Rombach am Tag nach der vierten Saisonniederlage im fünften Spiel und dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz. Die Leistung des Erfurter Teams am Samstag in Osnabrück sei trotz des 0:1 nicht so desolat gewesen, dass er sich zum Handeln gezwungen sehe. "Ich habe gespürt, dass Mannschaft und Trainer eine Einheit sind", so Rombach.

Deshalb stelle sich auch in der nun anstehenden zweiwöchigen Punktspiel-Pause die Trainerfrage nicht. "Stefan Emmerling hat unsere volle Rückendeckung", betont der Klubchef. Er sei überzeugt, dass das Trainerteam die Kehrtwende im nächsten Heimspiel gegen Bielefeld (25. August, 14 Uhr) schaffen wird.

"Es liegt nicht immer am Trainer", verweist Rombach auf ähnlich schwierige Situationen in der Vergangenheit bei Düsseldorf und Chemnitz. Dort hätte sich später ausgezahlt, dass man trotz eines Fehlstarts in die Saison an Norbert Meier bzw. Gerd Schädlich festgehalten habe.

"Wir stehen jetzt alle in der Pflicht, um da unten rauszukommen", fordert Rombach ein engeres Zusammenrücken von Präsidium, Trainern und Spielern. Gleichzeitig korrigiert er das Saisonziel nach unten: "Für uns kann es in der aktuellen Lage nur um den Klassenerhalt gehen", sagt Rombach.

Um dies zu erreichen, erwägt er eine Verstärkung für die Offensive. Nach nur einem Tor aus dem Spiel heraus in den ersten fünf Partien lägen dort die größten Probleme. "Wenn wir es finanziell stemmen können, werden wir vorn noch etwas tun", kündigt der Klubchef an.

Bereits in der vergangenen Woche hatte er frisches Geld akquiriert, um mit der Rückholaktion von Jens Möckel (Dresden) die Defensive zu stärken. Der 24-Jährige saß in Osnabrück zunächst auf der Bank, weil sich Tom Bertram durch seine Leistung gegen Stuttgart II (1:1) den Einsatz verdient hatte.

"Für mich war die Entscheidung akzeptabel", sagte Möckel, der vor gut 15 Monaten seinen letzten Auftritt im Rot-Weiß-Trikot hatte. Zu seinem Comeback verhalf ihm unfreiwllig Joan Oumari. Dessen ungeschicktes Einsteigen gegen Zoller (54./62.) hatte die Gelb-Rote Karte zur Folge. Bitter: Es waren seine einzigen Fouls im Spiel. "Für mich war das unberechtigt", klagte Oumari. Emmerling nahm es mit Galgenhumor: "Zweimal ein Foul ist klar Gelb-Rot."

Die Defensive machte insgesamt einen soliden Job, ließ nur wenige Chancen zu. "In der Halbzeit war die Hoffnung groß, dass wir was Zählbares mit nach Hause nehmen könnten", sagte der Trainer. Allerdings wurde die erste Unachtsamkeit nach dem Wechsel gleich bestraft. Der Ex-Erfurter Manno ("Ich bin mir sicher, Erfurt boxt sich aus dem Tabellenkeller raus") bediente Costa, der Rickert per Picke keine Chance ließ (49.).

Im Spiel nach vorn agierten die Rot-Weißen selbst zu ideenlos und umständlich. "Es fehlte an der Entschlossenheit vor des Gegners Tor", bemängelte Emmerling. Die Osnabrücker waren mit der Führung im Rücken weitaus zielstrebiger. Rickert parierte einen abgefälschten Staffeld-Schuss stark (53.) und rettete nach einem Konter im Eins-gegen-eins gegen Zoller (82.).

"Wir mussten hinten dann etwas aufmachen. Es kann natürlich sein, dass wir das 0:2 fangen. Aber der Ausgleich war ja noch möglich", so Möckel. Der VfL war dennoch näher am Tor dran. Doch erst blockte Marius Strangl Zoller beim Versuch, ins leere Tor zu schieben, ab (86.). Kurz vor dem Abpfiff verhinderte der Pfosten die endgültige Entscheidung von Nagy (90.).

Die Erfurter brachten außer Verzweiflungsschüssen von Nils Pfingsten-Reddig (57.) und Marco Engelhardt (73.) nichts zustande. "Wir haben verdient verloren", sagte Emmerling, der im nächsten Spiel gegen Arminia Bielefeld seine Abwehr erneut umbauen muss. "Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, um in die Gänge zu kommen", kündigte der motivierte Möckel an. Er wird höchstwahrscheinlich in die Anfangself rücken.

Selbstvertrauen und den ersten Pflichtspielsieg der Saison können sich die Erfurter zunächst im Landespokal beim vier Ligen tieferen SV Veilsdorf (Sonnabend, 14 Uhr) holen.

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