Rot-Weiß-Trainer setzt auf offensiven Fußball und die Jugend

Alois Schwartz kehrt nach sieben Jahren ins Erfurter Steigerwaldstadion zurück. Der neue Trainer des FC Rot-Weiß Erfurt setzt auf offensiven Fußball und die Jugend. Sein Vertrag läuft bis 2014 und gilt nur für die 3. Liga.

Alois Schwartz ist zurück beim FC Rot-Weiß Erfurt im Steigerwaldstadion. Foto: Sascha Fromm

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Erfurt. Die ersten Erinnerungen wurden bei Alois Schwartz geweckt, als er am Montagmorgen mit seinem schwarzen Kombi die Arnstädter Straße hinunter nach Erfurt rollte: "Weder ein Haus, noch ein Baum hat sich verändert. Und das Stadion sieht ja auch noch genauso aus, wie vor sieben Jahren", sagte der Mann, der den FC Rot-Weiß Erfurt zurück in die Erfolgsspur führen soll.

Am Mittag wurde Schwartz als neuer Cheftrainer vorgestellt. Ausgestattet mit einem Vertrag bis 2014, der nur für die 3. Liga gilt. Diese zu sichern, sieht der 45-Jährige als seine vorrangige Aufgabe an. "Zunächst wollen wir erst einmal unten rauskommen", formulierte er als Ziel.

RWE-Präsident Rolf Rombach verzichtete allerdings bewusst auf die Verpflichtung eines klassischen Feuerwehrmannes im Abstiegskampf. "Wir haben uns bei der Trainersuche ausschließlich von der Ausrichtung des Vereins leiten lassen", sagte er. Und das sei die Ausbildung und Einbindung von Talenten.

Weil Schwartz in knapp sechs Jahren beim 1. FC Kaiserslautern II nachgewiesen habe, immer wieder aus jungen Spielern eine neue Mannschaft formen zu können, erhielt er den Zuschlag. Insgesamt hatten sich mehr als 40 Trainer für den Job beworben, mit fünf Kandidaten war verhandelt worden.

Auch Schwartz hatte nicht nur auf die rot-weiße Karte gesetzt, sondern auch mit Ligarivale Darmstadt gesprochen. Die "Lilien" entschieden sich aber für Jürgen Seeberger. Aachen verpflichtete ebenfalls am Montag den Ex-Jenaer René van Eck als Trainer. Er hatte zuletzt die U19 des 1. FC Nürnberg betreut.

Für den neuen Erfurter Coach ist es eine Rückkehr zu den Wurzeln. Bei Rot-Weiß begann am 9. Oktober 2002 seine Trainerkarriere als Assistent von Michael Feichtenbeiner. Später stand er René Müller zur Seite und feierte den Zweitliga-Aufstieg. "Es ist schön, wieder hier zu sein", sagte Schwartz, der die Entwicklung des Vereins auch nach seinem Weggang 2005 verfolgte. In Erfurt trifft er auf alte Weggefährten. Die Co-Trainer Henri Fuchs und Rudi Zedi sowie Torwarttrainer René Twardzik spielten einst unter seiner Regie. Auch Manager Torsten Traub kennt er als Spieler.

Eine personelle Konstellation, die Alois Schwartz den Einstieg sicher erleichtern dürfte. Auch wenn er den spielerischen Unterschied zwischen Regional- und dritter Liga als nicht so groß erachtet: In Kaiserslautern genoss der Nürtinger den Luxus, nicht vorrangig an Resultaten gemessen zu werden und auch medial in Ruhe arbeiten zu können.

Beim FC Rot-Weiß Erfurt erwartet ihn auch aufgrund der sportlichen Situation (vorletzter Platz, fünf Punkte aus acht Spielen) eine ungleich schwierigere Aufgabe. Gerade dies habe ihn aber gereizt, "um mich als Trainer weiterzuentwickeln". Am Montagnachmittag leitete er nach einem kurzen Kennenlernen die erste Trainingseinheit. Bis zum Auswärtsspiel am Samstag in Saarbrücken will er sich ein Bild vom Kader gemacht haben. Neuzugänge spielen noch keine Rolle: "Wir gucken erst einmal im eigenen Stall." Neuer Trainer - neue Chance. Für jeden.

Schwartz über...

Philosophie: "Ich bin ein Verfechter der offensiven Verteidigung, um den Gegner unter Druck zu setzen, den Ball zu erobern und schnell in die Tiefe zu spielen. Eher der Dortmunder als der Münchner Stil."

Jugendstil: "Im Fußball gilt das Leistungsprinzip. Da spielt immer der Bessere, egal wie alt er ist. Sollten der Ältere und Jüngere aber gleich sein, dann spielt der Jüngere. Der Nachwuchs ist das Kapital eines Vereins."

Vorbild: "Ich habe versucht, mir von jedem meiner Trainer das Positive rauszufiltern. Nach der Fußball-Lehrer-Ausbildung 2006 bin ich meinen eigenen Weg gegangen."

Trainertyp: "Ich bin ein umgänglicher, kommunikativer Mensch, der jeden Spieler respektvoll behandelt; unabhängig von seinen Stärken und Schwächen. Und ich lege viel Wert auf Disziplin."

Familie: "Ich werde erst einmal im Hotel wohnen. Meine Frau Jutta bleibt mit unserer Tochter Viviana (14) in Mannheim. Meine beiden Söhne und die beiden Stiefsöhne sind schon erwachsen."

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