Rot-Weiß-Trainer Thomas Brdaric: „Bei mir gibt es nur ganz oder gar nicht“

Erfurt  Thomas Brdaric, der neue Cheftrainer des FC Rot-Weiß Erfurt, sieht sich als Entwicklungshelfer und wird seinen Assistenten Armin Friedrich von TeBe Berlin mitbringen. Heute wird er offiziell vorgestellt.

Alles hört auf mein Kommando: Thomas Brdaric wird heute in Erfurt offiziell vorgestellt.

Alles hört auf mein Kommando: Thomas Brdaric wird heute in Erfurt offiziell vorgestellt.

Foto: Imago

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Am heutigen Montag um 17 Uhr wird Thomas Brdaric offiziell als neuer Cheftrainer des FC Rot-Weiß Erfurt im Steigerwaldstadion präsentiert. Er soll den sportlichen Neuaufbau des Clubs in der Regionalliga gestalten. Vorab sprachen wir mit dem 43-jährigen Ex-Profi über seine Beweggründe und Ambitionen.

Herr Brdaric, der FC Rot-Weiß hat einen beispiellosen Absturz erlebt. Was reizt Sie dennoch, bei diesem Verein als Trainer einzusteigen?

Die Region lechzt nach Fußball. Rot-Weiß ist ein Verein, der total im Fokus der Menschen in und um Erfurt steht. Auch auf mich übt es einen großen Reiz aus, hier etwas aufzubauen. Wir haben die Vision, den Verein gestärkt zurückzuführen ins Profigeschäft.

Haben Sie die vielen Hiobsbotschaften in der abgelaufenen Saison nicht abgeschreckt?

Grundsätzlich bin ich ein positiv eingestellter Mensch. Was passiert ist, kann ich ohnehin nicht ändern. Ich kann aber zeigen, wie es funktionieren kann. Dafür will ich meine Erfahrungen, die ich als Spieler und bisher als Trainer gesammelt habe, zu hundert Prozent einbringen.

Seit Freitag befindet sich der Verein offiziell im Insolvenzverfahren. Wie sehr wird diese Situation Ihre Arbeit belasten?

Gar nicht. Aus meiner Sicht ist der Verein optimal aufgestellt; mit Insolvenzverwalter Volker Reinhardt, Sportdirektor Oliver Bornemann und mir als Führungsriege. Wichtig sind eine klare Kompetenzverteilung und viele Menschen um diesen Kern herum, die allesamt mitziehen.

Viel Geld ist nicht vorhanden. Was ist trotzdem möglich?

Entwicklung! Wir wollen mit ei-nem nachhaltigen Konzept Spieler entwickeln, um später davon profitieren zu können. Es gilt, Tradition mit Innovation zu verbinden und aus 22 Spielern ein Team zusammenzuschweißen.

Werden Sie Ihren bisherigen Assistenten mitbringen?

Ja. Armin Friedrich, mit dem ich ja jetzt auch bei Tennis Borussia zusammengearbeitet habe, wird mich auf dieser Reise begleiten.

Am Sonntag stand Ihr letztes Spiel mit TeBe Berlin in Staaken auf dem Programm. In zwei Wochen soll die Vorbereitung mit Erfurt beginnen. Benötigen Sie keine Erholung, um die Akkus aufzuladen?

Mein Akku ist immer warm, wenn ich mich einer Sache einmal verschrieben habe. Bei mir gibt es nur ganz oder gar nicht. Ich liebe und ich lebe den Fußball – und hätte jetzt gar keine Lust, in den Urlaub zu fliegen. Ich werde ein paar Tage zu Hause bei meiner Familie in Langenfeld im Rheinland verbringen. Das reicht mir, um Kraft zu tanken.

Wird die Mannschaft zum Trainingsauftakt am Montag, dem 18. Juni, stehen?

Nein. Wir sind aber auf einem guten Weg und haben bisher Jungs gefunden, die die Situation des Clubs kennen und wissen, dass sie hier kein großes Geld verdienen können. Sie wollen aber etwas gestalten. Und eines kann ich versprechen: Die Mannschaft wird zum Saisonstart bereit sein.

Was erwartet den gestürzten Drittliga-Dino in der Regionalliga Nordost?

Eine harte und spannende Saison. Jede Woche wartet auf die Spieler eine neue Herausforderung. Unsere Aufgabe besteht darin, der Mannschaft stets ei-nen Matchplan an die Hand zu geben, um diese zu bestehen.

Wie lautet die Zielstellung? Ihr Sportdirektor sprach unlängst von einem einstelligen Tabellenrang; also einer Platzierung zwischen eins und neun. . .

Ich lasse mich nicht auf einen bestimmten Platz festlegen. Natürlich will ich immer den maximalen Erfolg und jedes Spiel gewinnen. Aber es geht für uns erst einmal darum, dass die Leute wieder mit Freude ins Stadion gehen und wir ihnen dort attraktiven Fußball bieten.

Wir treten mit einem mehrjährigen Plan an, an dessen Ende die Rückkehr des Vereins in den Profifußball stehen soll.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.