RWE-Trainer Schwartz glücklich über Punktgewinn gegen Rostock

In seinem 100. Pflichtspiel sicherte Nils Pfingsten-Reddig seiner Mannschaft einen Zähler und zeigt sich zufrieden mit dem 1:1 gegen Rostock. Seine Treffsicherheit vom Elfmeterpunkt ist beeindruckend: Fünfzehn seiner sechzehn Versuch konnte der Mittelfeldspieler für die Erfurter in zweieinhalb Jahren verwandeln.

RWE-Trainer Alois Schwartz und Hansa-Trainer Marc Fascher (rechts). Foto: Sascha Fromm

RWE-Trainer Alois Schwartz und Hansa-Trainer Marc Fascher (rechts). Foto: Sascha Fromm

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Erfurt. Es gibt nicht vieles, das im Fußball vorhersehbar ist. Der Sport lebt ein Stück weit von seiner Unberechenbarkeit. Wenn aber Nils Pfingsten-Reddig zum Elfmeter antritt, dann führt das fast unweigerlich zum Tor.

In den nunmehr zweieinhalb Drittliga-Jahren, in denen der Mittelfeldspieler das Rot-Weiß-Trikot trägt, hat er 16 Strafstöße geschossen. 15 Mal zappelte der Ball im Netz. Nur einmal, beim 3:0 im Januar 2011 über Koblenz, ging es schief. "Damals lagen wir klar vorn. Ich bin die Sache viel zu locker angegangen", verriet Pfingsten-Reddig.

Eine Gefahr, die am Samstag nicht bestand. Als er gefordert wurde, lief die Nachspielzeit der ersten Halbzeit und seine Erfurter lagen gegen Rostock mit 0:1 zurück. Gut 9000 Augen-Paare waren auf ihn gerichtet. Momente, die nicht selten zu Puls-Stakkato führen. Nur nicht bei dem Rot-Weiß-Kapitän: "Ich werde sogar noch ruhiger", lautet seine verblüffende Gefühlsbeschreibung. Nervosität habe er noch nie verspürt." Vielleicht ist es diese Anomalie, die Pfingsten-Reddigs Treffersicherheit vom Elfmeterpunkt erklärt - gepaart mit guter Schusstechnik.

Drexler holt clever den Elfmeter heraus

Diesmal musste dies Hansas Schlussmann Müller anerkennen, der beim 1:1 vom Erfurter klassisch ausgeguckt wurde. "Ich warte, bis sich der Torhüter bewegt und schieße dann eben in die andere Ecke", sagte Pfingsten-Reddig. Herausgeholt hatte Dominick Drexler den Strafstoß, als er Haas den Ball stibitzte und danach vom verdutzten Gegner zu Fall gebracht wurde.

Der Ausgleich war durchaus verdient. Die Gäste gefielen zwar mit der reiferen, strukturierteren Spielanlage und führten durch Weilandts Tor nach einer Ecke (25.). Rot-Weiß betrieb jedoch großen Laufaufwand, überzeugte mit Kampfgeist und besaß sogar die größte Chance vor der Pause. Smail Morabit traf dabei den Ball nicht richtig (35.).

Mit zunehmender Dauer der unter vielen Unterbrechungen leidenden Partie bekam Rostock ein Übergewicht, nutzte aber in der Endphase drei Riesengelegenheiten nicht (Haas/82., Plat/88., Blum/90.). "Das ärgert mich wahnsinnig", schimpfte Hansas Trainer Marc Fascher, der nach Stefan Emmerlings Beurlaubung Ende August zu dessen Nachfolge-Kandidaten in Erfurt gehörte.

Alois Schwartz, der den Job schließlich übernahm, war mit dem Punktgewinn glücklicher: "Wir sind jetzt zum vierten Mal in Folge ungeschlagen und wieder so aufgetreten, wie man es im Kampf um den Klassenerhalt tun muss", sagte er. "Allerdings ist die Mannschaft so ab der 65. Minute müde geworden."

Bis zum Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden am Sonnabend (14 Uhr) muss Schwartz die Frische ins Team zurückbringen. Ob er auf Thomas Ströhl setzen kann, ist fraglich. Der 24-Jährige blieb wegen einer Nackenmuskulatur-Zerrung zur Halbzeit in der Kabine. "Ich hatte bereits die Woche über Probleme. Und nach einem Kopfballduell ging nichts mehr", beschrieb Ströhl. Er selbst geht von drei, vier Tagen Zwangspause aus, je nach Heilungsverlauf.

Definitiv fehlen wird Joan Oumari. Der stärkste Mann auf dem Platz, der über 90 Prozent seiner Zweikämpfe gewann, hatte sich lautstark über ein Foul vor dem 0:1 beklagt und dafür die fünfte Gelbe Karte gesehen.

"Er wurde wohl umgestoßen", sagte Pfingsten-Reddig zu dieser Szene. Der Kapitän geht jedoch fest davon aus, dass der Ausfall kompensiert werden kann. "Wir mussten zum Schluss zwar etwas zittern. Aber die Formkurve zeigt weiter nach oben", sagte er und genoss sein persönliches Erfolgserlebnis im 100. Pflichtspiel für Rot-Weiß. In aller Ruhe.

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