Transfer von Maximilian Rohr zum FC Carl Zeiss Jena fast perfekt

Jena  Der Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena möchte unbedingt einen Abwehrspieler aus der Fußball-Oberliga loseisen. Warum eigentlich?

Maximilian Rohr (links), hier gegen Kreshnik Lushtaku, steht vor einem Wechsel nach Jena

Foto: Imago

„Ich hätte nicht zu träumen gewagt, dass ein Klub wie der FC Carl Zeiss Jena anfragt“, sagt Maximilian Rohr. Der 23-Jährige spielte in der abgelaufenen Spielzeit bei der SGV Freiberg in der Oberliga Baden-Württemberg, machte als Innenverteidiger mit sieben Saisontoren auf sich aufmerksam.

„Er hat ein großes Potenzial, ist schnell und ballsicher“, sagt Lukas Kwasniok, der Trainer des FC Carl Zeiss. Er hatte den Tipp von einem Scout am Rande eines Oster­turniers bekommen. Jenem war Rohr durch außergewöhnliche Leistungen aufgefallen. Kwasniok beobachtete den Spieler. Das bestärkte ihn, den Abwehrmann aus Liga fünf verpflichten zu wollen: „Er ist ein klassischer Spätentwickler.“

Rohr nickt, als er das hört. „Ich war bis zur A-Jugend leider nur 1,70 Meter groß“, sagt der Fußballer, der den Nachwuchsbereich des Karlsruher SC durchlaufen und unter dem heutigen Trainer des VfB Stuttgart, Tim Walter, gespielt hat. Rohr dominierte in der Jugend als Stürmer die Torschützenlisten. Weil er so klein war, rückten ihn die Trainer ins zentrale Mittelfeld. Bis er wegen seines zarten Körpers gar nicht mehr auflief.

Vorigen Sommer ergab sich nichts Konkretes

Er landete schließlich beim VfB Eppingen. „Ich bin von ganz oben nach ganz unten gefallen. Mein Vater hat mich überredet, dort Fußball zu spielen, wo ich einfach nur Spaß habe“, sagt Rohr. Als 17-Jähriger wuchs er plötzlich, erst bei 1,95 Meter war Schluss. Rohr agierte inzwischen vor der Abwehr. Dem Verein blieb er bis 2016 treu, fragte dann per Mail beim SSV Reutlingen, ob sie Interesse an ihm hätten. Der Klub wollte ihn zunächst für die zweite Mannschaft holen, schnell stellte sich heraus, dass er selbst für deren erste zu gut war, für die er als Innenverteidiger spielte. Lob erfuhr er für sein hervorragendes Aufbauspiel.

Vorigen Sommer hoffte er auf ein Angebot aus einer höheren Liga. Er hörte von losem Interesse des VfR Aalen oder von der SG Sonnenhof-Großaspach aus der dritten Liga. Doch es ergab sich nichts Konkretes. Bei den Angeboten aus der Regionalliga reizten ihn die Vereine nicht, deshalb unterschrieb er heimatnah in Freiberg. Er machte jedes Spiel, traf mehrfach nach Eckbällen des Gegners im Konter.

Ihr größtes Talent lassen die Freiberger ungern ziehen. Über Wochen verhandelten die Jenaer, um den bis 2021 gültigen Vertrag zu lösen. Nun investiert der Drittligist eine fünfstellige Summe, um Rohr loszueisen.

Maximilian Weiß hat seinen Vertrag verlängert

Rohr war gleich nach den Gesprächen mit Kwasniok überzeugt. „Ich habe absolut Bock auf die Aufgabe in Jena“, sagt der Fußballer, der lange bangte, ob er die Freigabe erhält. Doch nun sind sich beide Vereine einig. Wer zu seinen Wettbewerbern in der Jenaer Abwehr zählt, steht noch nicht fest. Via Instagram hatte sich am Wochenende Dominic Volkmer nach Regensburg verabschiedet, lässt aber ein Hintertürchen offen, falls er nach der Vorbereitung beim Zweitligisten nicht erste Wahl ist. Fast sicher ist die Verpflichtung von Außenverteidiger Tim Kircher vom Karlsruher SC.

Fest steht, dass Eigengewächs Maximilian Weiß (20) weiter zum Kader gehört. Der FCC verlängerte den Vertrag um eine Saison. Kwasniok spricht ihm die Fähigkeit zu, Spiele entscheiden zu können. Körperlich müsse er aber noch zulegen.

Maximilian Rohr ist gespannt auf die dritte Liga. Der Traum vom Profifußball geht in Erfüllung: „Dabei hatte ich den vor Jahren fast abgeschrieben.“

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