Wie geht es weiter mit Rot-Weiß Erfurt?: Vereinsführung stellt sich Fans

Erfurt  Das Führungsduo des FC Rot-Weiß Erfurt bezieht vor den Fans Stellung zur Zukunft des Vereins – Protokoll eines Abends.

Ab November 2014 hatte der Club als Genussscheine deklarierte Wertpapiere in Höhe von 100 bis 1966 Euro verkauft. Diese sind nun durch die Insolvenz wertlos.

Ab November 2014 hatte der Club als Genussscheine deklarierte Wertpapiere in Höhe von 100 bis 1966 Euro verkauft. Diese sind nun durch die Insolvenz wertlos.

Foto: Frank Steinhorst

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Wie geht es weiter mit dem FC Rot-Weiß? Der Fanrat des Vereins hatte unter diesem Motto Insolvenzverwalter Volker Reinhardt und Sportdirektor Oliver Bornemann geladen, die sich vor über 100 Anhängern zu wichtigen Themen äußerten.

TRAINERENTLASSUNG

Es gab Dinge, die er nicht hinnehmen konnte, sagte Reinhardt. Angeblich soll Stefan Emmerling selbstherrliche Absprachen mit Spielern am Insolvenzverwalter vorbei getroffen haben. Reinhardt ließ konkrete Gründe für den Rauswurf aber im Dunkeln; betonte aber, es sei kein abgekartetes Spiel von Bornemann gewesen, damit dieser Thomas Brdaric ins Amt hieven konnte.

SPONSOREN

Das schlechte Bild, das RWE in der abgelaufenen Saison abgegeben hätte, habe dazu geführt, dass die Stimmungslage bei den Sponsoren „zögerlich“ sei.

GENUSSSCHEINE

Alle Inhaber von Genussscheinen werden wohl oder übel den Komplettverlust der Papiere hinnehmen müssen, sagte der Insolvenzverwalter. Erst würden die Ansprüche der größeren Gläubiger befriedigt. Diese würden sich aber nur mit kleinen Quoten zufrieden geben müssen.

SPIELSTÄTTE

Reinhardt geht fest davon aus, dass Rot-Weiß in der Regionalliga und im Steigerwaldstadion spielt. Das habe die Stadt schriftlich bestätigt. Die Miete liegt bei 5000 Euro pro Heimspiel. Wird der Zuschauerschnitt von 2900 überschritten, wird eine Pro-Kopf-Pauschale aufgeschlagen.

KADERPLANUNG

Das Team soll bis zum Trainingsstart am 18. Juni stehen.

SPIELPHILOSOPHIE

Hinten die Null und schnelles Umschaltspiel, kein Lange-Bälle-Pingpong, so der Sportdirektor.

JENS MÖCKEL

Man stehe in Telefonkontakt mit dem 30-Jährigen, der zurzeit in Miami weilt. „Wir haben Interesse an ihm. Aber wir brauchen einen gesunden Jens Möckel“, spielte der Sportdirektor auf die Knieprobleme des Kapitäns an.

FITNESSZUSTAND

Der Fußball sei zuletzt immer schlechter geworden, auch „weil die Mannschaft ab der 75. Minute tot war“. Der Fitnesszustand sei „atemberaubend“ gewesen, kritisierte Bornemann. Ziel sei es jetzt, dass die Spieler in der Endphase noch zulegen können.

AUSGLIEDERUNG

Die erste Mannschaft aus dem Stammverein herauszulösen, sei die einzige Alternative, um einer neuen Steuerbelastung zu entgehen. Sobald es zu Gewinnen in der Sanierung komme, werde ei-ne sogenannte Sanierungsgewinnsteuer fällig. Diese würde den Verein in eine neue Situati-on mit „immensen Belastungen“ bringen. Bei einer Ausgliederung würden die Fans durch die 50+1-Regel nicht an einer Mitsprache gehindert, betonte Reinhardt.

NACHWUCHS

Das Nachwuchsleistungszen-trum ist gut und existenziell wichtig für den Verein, so Reinhardt. Man plane eine neue Aufstellung und versuche, um die Zertifizierung von zwei Sternen durch den DFB zu halten. Die Trainerstellen werden alle neu ausgeschrieben, „da wir die bestmögliche Lösung finden müssen“, so Reinhardt.

EINTRITTSPREISE

Es wird ein neues Preis-Tableau geben, kündigte Reinhardt an. Stehplätze werden deutlich reduziert. Auf Wunsch des Sportdirektors sollen sie unter zehn Euro liegen; vermutlich 9,50.

VORBEREITUNG

Es kommt zu Vorbereitungsspielen gegen Rostock am 14. Juli und den HFC am 18. Juli. Zudem wird in Gotha, Weißensee, Martinroda und Büßleben getestet.

Thüringen – Land der Absteiger

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