Carsten Kammlott im Interview: „Verspüre überhaupt keinen Druck“

Erfurt  Nach dem Wechsel von Rot-Weiß Erfurt zu Wacker Nordhausen hat der Stürmer mit seinem neuen Team große Ziele.

Neuer Anblick: Carsten Kammlott im Trikot des FSV Wacker Nordhausen.

Neuer Anblick: Carsten Kammlott im Trikot des FSV Wacker Nordhausen.

Foto: Christoph Keil

Nach viereinhalb Jahren beim FC Rot-Weiß Erfurt wechselte Carsten Kammlott nach dem Abstieg zum jetzigen Liga-Rivalen Wacker Nordhausen und peilt den Aufstieg an. Unsere Zeitung sprach mit dem 28-jährigen Angreifer über die neue Herausforderung, Offensivkonkurrenz und seine Verbindungen zum Ex-Verein.

Ist es noch ungewohnt, zur Arbeit statt in den Süden in den Norden zu fahren?

In der ersten Woche war es tatsächlich ungewohnt. Aber so nach und nach habe ich mich an die neue Strecke gewöhnt.

Ein absolviertes Trainingslager in Heiligenstadt, dazu am Wochenende 3:0 gegen den Regionalligisten Fürth II gewonnen. Sind Sie mit der Vorbereitung bisher zufrieden?

Das erste Trainingslager war zum Kennenlernen ganz in Ordnung. Wir haben ja auch ein paar neue Gesichter im Team. Die Bedingungen in Heiligenstadt waren gut. Die eigentliche Vorbereitung startet aber erst jetzt. So richtig mag das zwar kein Fußballer, weil sie so intensiv ist. Aber das gehört dazu.

Wacker verstärkte sich namhaft, vor allem in der Offensive. Verspüren Sie vor Saisonbeginn schon Druck?

Nein, überhaupt nicht. Die gleiche Situation kannte ich ja aus den letzten Jahren in Erfurt. Dort wurden auch immer wieder neue Stürmer geholt.

Bleibt bei so viel Konkurrenz im Angriff die Kameradschaft auf der Strecke?

Spielen will jeder, das ist klar. Deshalb will sich jeder, auch ich, durch Leistung anbieten und Gas geben. Wie es dann ist, wenn Leute nicht spielen, wird man sehen. Dazu kenne ich sie noch zu wenig.

Hat Trainer Volkan Uluc schon mit Ihnen gesprochen, wie er mit den ganzen Stürmern plant?

Nein, da gab es noch kein Gespräch.

In Erfurt lautete das Ziel immer Klassenerhalt, Nordhausen peilt den Aufstieg an. Wie wird man den hohen Erwartungen gerecht?

Indem man Leistung bringt und abliefert. Am Ende muss das Ziel, was wir uns gesteckt haben, erreicht werden.

Ihr Wechsel schlug hohe Wellen. Sind Sie erleichtert, dass sich der Trubel gelegt hat?

Ich wusste, was auf mich zukommt. Aber es war ja nicht so, dass es nur negative Stimmen gab. Ich habe auch viele positive Nachrichten erhalten. Das hat sich ungefähr aufgehoben. Jetzt denke ich nicht mehr daran.

Würden Sie den Wechsel wieder so vollziehen?

Mit meiner Begründung auf jeden Fall. Ich wollte Sicherheit für meine Familie haben. Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn man mit mir gesprochen hätte. Aber das konnte keiner.

Haben Sie mit dem Kapitel FC Rot-Weiß abgeschlossen?

Nein. Ich schaue schon hin, was passiert. Ich war schließlich mein halbes Leben bei RWE. Außerdem kenne ich noch drei, vier Spieler und Torwarttrainer René Twardzik.

„Carsten Kammlott als Spieler nie wieder im Erfurter Trikot.“ Was geht Ihnen bei dieser Schlagzeile durch den Kopf?

Seien wir ehrlich: Nach dem zweiten Wechsel wird es schwer, dass ich noch einmal zurückkehre. Aber Rot-Weiß wird immer mein Verein bleiben. Das kann mir keiner streitig machen.

Wacker Nordhausen verpflichtet Erfurts Stürmer Carsten Kammlott

Testspiel: Wacker Nordhausen – Hallescher FC, Mittwoch 17 Uhr, Sportschule Bad Blankenburg, Livestream im Internet beim MDR

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