Carsten Kammlott wäre zu Rückkehr nach Erfurt bereit

Der bei RB Leipzig unzufriedene Stürmer Carsten Kammlott, zuvor Spieler bei Rot-Weiß Erfurt, würde für eine Rückkehr auch auf Geld verzichten. Marco Alles sprach mit dem Fußballer.

Nur selten am Ball. Stürmer Carsten Kammlott (21) kam in der laufenden Regionalliga-Saison bei RB Leipzig auf 417 von 1620 möglichen Spielminuten. Archivfoto: Sascha Fromm

Nur selten am Ball. Stürmer Carsten Kammlott (21) kam in der laufenden Regionalliga-Saison bei RB Leipzig auf 417 von 1620 möglichen Spielminuten. Archivfoto: Sascha Fromm

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Werden wir Sie bald wieder im Rot-Weiß-Trikot sehen?

Es wäre schön. Ich möchte wieder mehr spielen, mich zeigen. Rot-Weiß ist mein Heimatverein. Eine Rückkehr könnte ich mir sehr gut vorstellen.

Woran hängt es?

Die beiden Vereine müssen sich einigen. Mir bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten.

Würden Sie auch finanzielle Abstriche in Kauf nehmen?

Mir geht es allein ums Sportliche. Um wieder regelmäßig spielen zu können, würde ich auch auf Geld verzichten.

Warum kamen Sie bislang bei RB Leipzig nicht über die Reservistenrolle hinaus?

Ich habe es nicht geschafft, mir einen Stammplatz zu erkämpfen. Da will ich auch niemand anderem die Schuld geben. Aber die eine oder andere Einsatzchance mehr - auch mal über einen längeren Zeitraum - hätte ich mir schon gewünscht.

Haben Sie das auch Trainer Peter Pacult so gesagt?

Es gab kein Gespräch zwischen ihm und mir darüber.

Wenn einem nicht mal begründet wird, weshalb man draußen sitzt, muss der Frust groß sein?

Natürlich bin ich mit der Situation unzufrieden. Ich kannte es bisher ja auch nicht, längere Zeit auf der Bank zu sitzen.

Bei Rot-Weiß waren Sie mit 19 im Sturm gesetzt. Bereuen Sie Ihren Wechsel mittlerweile?

Nein, das nicht. Man weiß ja nicht, wie es in Erfurt weitergelaufen wäre. Ich habe in Leipzig viel gelernt; eben auch, dass es im Fußball nicht immer super läuft. Aber negative Erfahrungen härten vielleicht auch ab.

Wie würden Sie Ihre anderthalb Jahre bei RB bewerten?

Ich habe mir ganz klar mehr ausgerechnet, sowohl persönlich als auch mit der Mannschaft. Im ersten Jahr hat uns Chemnitz den Aufstieg weggeschnappt, aber diese Saison schaffen wir es.

Kiel und Halle sind RB dicht auf den Fersen. Warum tut sich der Top-Favorit so schwer?

Die Regionalliga ist eine eklige Liga. Die Gegner stellen sich alle tief hinten rein. Das ist gerade für mich, der Platz für sein Spiel braucht, ziemlich schwierig.

Sehen Sie durch die langwierige Reservistenrolle die Gefahr, Ihren Ruf zu verspielen?

Die Gefahr besteht. Ich kann ja nicht zeigen, was ich drauf habe. Deshalb muss eine Lösung her.

Einigen sich die Vereine auf eine Ausleihe, würden Sie ein halbes Jahr eher "aufsteigen".

Ich hätte nichts dagegen. Die Spielweise in der dritten Liga hat mir jedenfalls mehr gelegen.

Seit dem letzten Torjubel ist fast ein Jahr vergangen

Rot-Weiß Erfurt könnte einen treffsicheren Angreifer gebrauchen. Wann haben Sie eigentlich das letzte Tor geschossen?

Das müsste gegen Braunschweig II gewesen sein, oder?

Stimmt. Beim 4:0 Anfang März 2011. Das ist fast ein Jahr her. Wie sehr fehlt Ihnen das Gefühl des Torjubels?

Sehr sogar. Ich bin Stürmer. Ich kann nicht genug davon bekommen und hoffe, dass es in der Rückrunde besser läuft.

In welchem Trikot?

Das ist egal.

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