Der Kampf um die neue Nummer eins bei Rot-Weiß Erfurt

Erfurt  Nach dem Abgang von Philipp Klewin machen sich Julian Knoll und Neuzugang Lukas Cichos Hoffnung auf den Stammplatz im Tor von Rot-Weiß Erfurt. Unterdessen soll der entlassene Nachwuchstrainer Voigt eine zweite Chance bekommen.

RWE-Torhüter Julian Knoll im Testspiel gegen Hansa Rostock.

RWE-Torhüter Julian Knoll im Testspiel gegen Hansa Rostock.

Foto: Sascha Fromm

Die Bewerbung in Weißensee endete unentschieden. Bei der 1:2-Niederlage gegen Hansa Rostock mussten sowohl Julian Knoll als auch Lukas Cichos einmal hinter sich greifen. Bei den Gegentreffern war das Torwart-Duo des FC Rot-Weiß machtlos und hatte bei den jeweiligen 45 Minuten Einsatzzeit nicht so oft die Möglichkeit, sich auszuzeichnen.

Fast genau seit einem Monat stehen die Erfurter nun im Training – seitdem liefern sich beide einen Konkurrenzkampf um das Tor, der verlockend ist. Denn seit Stammtorhüter Philipp Klewin den Club in Richtung Arminia Bielefeld verließ, ist die Torhüter-Position quasi „vakant“ und das Duell um die neue Nummer eins offener denn je.

Dies unterstreicht Trainer Thomas Brdaric. „Wir haben noch keine Nummer eins, warten die weiteren Trainingseinheiten und Testspiele ab. Vor dem ersten Ligaspiel werden wir uns mit Torwarttrainer René Twardzik zusammensetzen und dann beraten“, sagt er.

Sportliche Konkurrenten im fairen Wettstreit

Es ist eine reizvolle Situation für beide. Da ist auf der einen Seite Eigengewächs Knoll, der seine Chance sieht, Vorbild Klewin zu folgen. Wieder ein Thüringer aus der eigenen Nachwuchsschule zwischen den Pfosten – das hätte was. „Natürlich ist es ein Konkurrenzkampf, weil jeder die Nummer eins werden will. Jeder soll und will die Leistung zeigen, die er kann“, sagt der 19-Jährige, der aus Hohenkirchen (Landkreis Gotha) stammt. Gegenüber steht ihm der 22-jährige Cichos, der nach einer Leihe nach Zwickau den Zweitligaufsteiger Magdeburg verließ, um in Erfurt in der Regionalliga den nächsten Schritt zu gehen. „Ich möchte mich weiterentwickeln und Spielpraxis sammeln“, erklärt der gebürtige Zeitzer.

Trotz der sportlichen Rivalität ist der menschliche Aspekt nicht auf der Strecke geblieben. „Wir kommen gut miteinander zurecht und finden uns sympathisch. Das ist natürlich gut für‘s Klima, wenn man sich gegenseitig im Training noch pushen kann. Es wird keinen Krieg geben, da sind wir beide keine Freunde von“, wirft Knoll ein. Ähnlich sieht es Cichos. „Wir verstehen uns gut und jeder begegnet sich mit Respekt. Klar ist aber auch, dass jeder spielen will und auf sich schaut. Da muss man sich durchbeißen.“

Stand jetzt haben beide Torhüter noch zweimal die Gelegenheit, sich in Testspielen auszuzeichnen. Zunächst empfangen die Rot-Weißen am Mittwoch den Drittligisten Hallescher FC in Weißensee (19 Uhr), am Sonntagvormittag ist dann ein Test beim Oberligisten VfL Halle geplant (11.30 Uhr). Ausgang wie bei der Torwartfrage: offen.

Nach verbaler Entgleisung: NLZ-Leiter Fuchs will zweite Chance für Voigt

Nach der Entlassung von Trainer Karsten Voigt aus dem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des FC Rot-Weiß am vergangenen Donnerstag wegen einer verbalen Entgleisung gegen U10-Trainer Manuel Rost bittet NLZ-Leiter Henri Fuchs um eine Versachlichung der Debatte. „Was er gemacht hat, war ein großer Fehler und das darf man so auch nicht akzeptieren. Aber hier wird ein Mensch an den Pranger gestellt, der nicht so ist, wie er dargestellt wird“, sagt Fuchs, der mit Voigt unter anderem in Halberstadt zusammengearbeitet hatte. Der frühere Trainer des FSV Ohratal und von Union Mühlhausen hatte sich gegenüber dem dunkelhäutigen Rost zu einer rassistischen Aussage hinreißen lassen, sich später aber sowohl bei ihm als auch bei Insolvenzverwalter Volker Reinhardt entschuldigt.

Das Bekanntwerden der Entgleisung, die im Februar geschah, habe in der Folge Weiten angenommen, die auch Rost unangenehm seien. „Natürlich weiß Karsten, dass er einen Fehler gemacht hat. Aber man muss ihm auch die Gelegenheit geben, sich zu rehabilitieren. Ich kenne ihn als absolut kompetenten Fußballfachmann und Familienvater. Aber das steht nicht annährend im Vergleich zur Berichterstattung“, ergänzte Fuchs.

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