FC Rot-Weiß Erfurt: Krause bestreitet Vorwürfe von Ex-Präsident Nowag

Erfurt  „Ich bin und war nicht verantwortlich für die Wirtschaftslage des Vereins.“ Konstantin Krause, einstiger Geschäftsstellen-Leiter des FC Rot-Weiß, weist die Vorwürfe von Ex-Präsident Nowag zurück.

Konstantin Krause leitete die Geschäftsstelle.

Konstantin Krause leitete die Geschäftsstelle.

Foto: Michael Keller

Konstantin Krause hat die Vorwürfe von Ex-Präsident Frank Nowag zurückgewiesen und als „komplette Unwahrheiten“ bezeichnet. Nowag hatte in dieser Woche erklärt, bei der Amtsübernahme im November 2017 einen FC Rot-Weiß vorgefunden zu haben, dessen Wirtschaftslage, Strukturen und Image katastrophal gewesen seien. Deshalb hätte er reagieren und unter anderem Krause entlassen müssen.

„Ich wurde jetzt ein Jahr lang diffamiert. Es reicht“, sagt Krause und will klarstellen: „Ich bin und war nicht verantwortlich für die Wirtschaftslage des Vereins.“ Als Marketing-Chef und späterer Geschäftsstellenleiter sei es seine Aufgabe gewesen, die Vermarktungserlöse des Vereins zu erhöhen und eine Struktur in der Administrative aufzubauen.

„Die Wahrheit ist, und die ist in den Geschäftsberichten nachzulesen: Wir haben innerhalb meiner Verantwortung die Vermarktungserlöse mehr als verdoppelt“, sagt Krause. „Das erreicht man mit guten Strukturen, motivierten Mitarbeitern und guten Beziehungen. Die Vermarktungsstruktur war absolut leistungsfähig und hervorragend aufgestellt. Das Ticketing und die Buchhaltung standen vor erheblichen Umstrukturierungen.“

Dass der Club dennoch in eine immer stärkere finanzielle Schieflage geraten ist, hätte aus seiner Sicht mit zu hohen Spieltags-Ausgaben für das Stadion und der jahrelangen sportlichen Tristesse zu tun. So fehlten regelmäßige Erlöse aus dem DFB-Pokal und durch Transfers. „Das hat RWE im Übrigen nicht exklusiv. Es ist das Leid vieler Drittligisten.“

Krause: „Ich wünsche dem Verein vor allem Ruhe“

Laut Krause hätte es die Aufgabe der neuen Verantwortlichen und dabei speziell des Präsidiums sein müssen, diese infrastrukturellen Themen anzugehen. „Die Kraft, die man in der Vergangenheit dazu verwandt hat, um sich gegenseitig zu beschuldigen und immer wieder nach hinten zu treten, ist doch vollkommen sinnlos“, meint er.

Krause hat von März bis November als Direktor der Europäischen Meile für die Leichtathletik-EM in Berlin gearbeitet und mittlerweile einen neuen Job gefunden. Seit Anfang November ist er für eine international agierende Vermarktungsfirma tätig und betreut den österreichischen Fußball-Erstligisten Wacker Innsbruck. Dort ist der frühere Erfurter Sportvorstand Alfred Hörtnagl Manager.

Mit dem FC Rot-Weiß hat Krause trotz eines anhängigen Arbeitsgerichtsprozesses abgeschlossen: „Ich wünsche dem Verein vor allem Ruhe. Wir sollten jetzt alle nach vorn schauen.“

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