FC Rot-Weiß Erfurt seit elf Spielen ungeschlagen

Erfurt  Sportlich ist der FC Rot-Weiß Erfurt weiter im Soll und klettert durch die Niederlage von Hertha BSC II in der Regionalliga sogar auf den dritten Platz.

Nach der vorläufigen finanziellen Rettung legten die Rot-Weißen sportlich mit dem 3:1 über Babelsberg nach. Während die Mannschaft nun ein spielfreies Wochenende hat, laufen im Hintergrund die Gespräche. Ziel ist es, neue Sponsoren an den Verein zu binden.

Nach der vorläufigen finanziellen Rettung legten die Rot-Weißen sportlich mit dem 3:1 über Babelsberg nach. Während die Mannschaft nun ein spielfreies Wochenende hat, laufen im Hintergrund die Gespräche. Ziel ist es, neue Sponsoren an den Verein zu binden.

Foto: Sascha Fromm

Nach den ganzen Erlebnissen in den vergangenen Wochen sind die freien Tage für die Fußballer vom FC Rot-Weiß Erfurt eine willkommene Abwechslung. Am Dienstag bittet das Trainerteam zum Laktattest, eine Spielvorbereitung ist in dieser Woche jedoch nicht nötig. Da die Rot-Weißen im Landespokal nicht mehr dabei sind, lockt ein pflichtspielfreies Wochenende.

„Das tut gut. Da bekommt man den Kopf frei“, meinte Kapitän Marcel Kaffenberger nach dem 3:1 am Freitagabend gegen den SV Babelsberg. Seine Mannschaft hatte durch Treffer von Rico Gladrow (40./Handelfmeter), Darryl Geurts (76.) und Mame Diouf in der Nachspielzeit letztlich verdient die Oberhand behalten, Babelsberg zwischenzeitlich dank Tom Nattermann ausgeglichen (71.). Dass die Mannschaft die positiven Nachrichten vergoldete und dafür sorgte, dass der Club nun seit elf Spielen ungeschlagen ist, passte ins Bild einer zumindest wieder für einige Zeit heilen Welt. „Bis Mittwoch wussten wir nicht mal, ob wir noch spielen. Dann so eine leidenschaftliche Leistung zu bringen, zeugt von einer intakten Mannschaft. Jetzt müssen wir uns als Ziel setzen, bis zum Winter an den Tabellenplätzen zwei und drei zu kratzen“, befand Kaffenberger.

Vor dem Spiel hatte es ein weiteres Treffen zwischen der Mannschaft und Insolvenzverwalter Volker Reinhardt gegeben. Dort konnten letzte Zweifel oder Fragen ausgeräumt werden. „Vorübergehend ist das der Fall“, so Trainer Thomas Brdaric, der in den Tagen zuvor auch Kritik äußerte. Man könne nicht mehr Geld ausgeben, als zur Verfügung steht.

Brdaric: „Verein muss stabiler werden“

Nicht nur deshalb war er zwar über die Rettung ebenso erleichtert, fordert aber gleichzeitig auf, die nun gewonnene Zeit zu nutzen, um den Verein endlich wieder in dauerhaft ruhige Gewässer zu bringen. „Wir befinden uns noch immer in einer schwierigen Situation. Aber die Mannschaft funktioniert. Nun müssen wir dahin kommen, dass der gesamte Verein auch funktioniert und stabiler wird.“

Denn das Zeitfenster ist mit ein paar Wochen nicht allzu groß. Eine mögliche Ausgliederung liegt noch in weiter Ferne und ist erst für das Jahr 2019 angepeilt. Dennoch müssen Sponsoren gefunden werden, um den Spielbetrieb auch für die Monate über den Dezember hinaus sicherzustellen. „Ich habe den Glauben an Insolvenzverwalter Volker Reinhardt, dass er mit seinem Team und den Rettern alles daran setzen wird, weitere Sponsoren zu akquirieren und Menschen zu begeistern, um diesen tollen Verein eine Chance zu geben sich professionell aufzustellen. Das ist auch wichtig, denn es geht um die Zukunft des Vereins, der Fans der Stadt und der Region“, meint Brdaric.

Sicher scheint, dass der Verein nicht um Veränderungen im Kader herumkommen wird. Die Frage ist jedoch, wie groß diese ausfallen werden. „Es wäre schön, wenn es so weitergehen würde und wir weiter zusammenwachsen dürfen. Ich gehe aber davon aus, dass Veränderungen passieren werden“, sagt Brdaric, der in der nächsten Zeit eine klare Strategie vorgelegt haben möchte.

„Es gibt zwei, drei Szenarien, die denkbar sind. Eines ist, dass sich kurzfristig einige Sponsoren finden und wir den vorhandenen Spielern so weiterarbeiten können wie bisher. Das wäre der mittelfristige Weg. Sind diese nicht vorhanden, musst du den Kader ausdünnen und anders strukturieren. Dann spielst du mit vielen sehr jungen und ein paar erfahrenen Spielern. Wir wollen gerne die Jugendförderung mit ankurbeln, aber gezielt über die nächsten Jahre. Ein kurzfristiger Weg wäre dabei schwer zu realisieren.“

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