Konflikt zwischen Rot-Weiß Erfurt und seinen Ultras schwelt weiter

Erfurt  Einige Fußballfans des FC Rot-Weiß Erfurt wehren sich gegen Auflagen der Arena-GmbH. Die Ultras fordern eine komplette Materialfreiheit und lehnen es ab, große Fahnen offiziell anmelden zu müssen.

Beim Spiel gegen Lok Leipzig entrollten die Erfurter Ultras ein Spruchband mit der Aufschrift „Dies ist sowas wie die letzte Warnung. Denn unser Rückschlag ist schon in Planung“.

Beim Spiel gegen Lok Leipzig entrollten die Erfurter Ultras ein Spruchband mit der Aufschrift „Dies ist sowas wie die letzte Warnung. Denn unser Rückschlag ist schon in Planung“.

Foto: Frank Steinhorst

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Die Sicherheit der Zuschauer steht für Christian Fothe an erster Stelle. „Wir wollen, dass alle nach dem Spiel wieder gesund nach Hause gehen“, sagt der Chef des Erfurter Steigerwaldstadions, wo am Sonntag der BFC Dynamo als Gegner des FC Rot-Weiß zum Regionalliga-Punktspiel erwartet wird. Gegen jenen Kontrahenten aber entzündete sich im vergangenen Mai ein Streit zwischen dem Stadionbetreiber und den Erfurter Ultras, denen die Mitnahme einer großen Blockfahne ohne vorherige Anmeldung nicht gestattet wurde und sie deshalb aus Protest dem Spiel fernblieben.

Nun, vier Monate später, schwelt der Konflikt weiter. Seinen Ursprung nahm er schon im März, als die Ultras beim Spiel gegen den 1. FC Lok Leipzig auf der Südtribüne unzählige Bengalos zündeten und schwarzer Rauch durch das weite Rund waberte. Für Arena-Chef Fothe ist Pyrotechnik allerdings aus gutem Grund verboten, und deshalb verteidigt er strikt die Stadionordnung. „Niemand kann garantieren, dass Trikots oder Jacken vielleicht nicht doch Feuer fangen“, sagt Fothe mit Blick auf die Gefahr von Verbrennungen, oder einer Panik unter den Zuschauern. Dennoch dürfen Fans sehr wohl auch große Fahnen mit ins Stadion nehmen.

Ultras fordern eine komplette Materialfreiheit

Nur müssten sie eben aus schwer entflammbarem Material bestehen, so Fothe. Deshalb sei eine vorherige Anmeldung nötig. Denkbar wäre aus seiner Sicht auch die Abgabe einer Stoffprobe samt Zertifikat direkt vor dem Spiel. Allerdings hätten die Fans all jene Kompromissvorschläge bislang abgelehnt. Kleine Fahnen oder Spruchbänder auf Tapetenrollen müssen nach wie vor nicht angemeldet werden.

Die Ultras fordern jedoch eine komplette Materialfreiheit und lehnen es ab, große Fahnen offiziell anmelden zu müssen. Sie erhöhten im August beim Spiel gegen Lok Leipzig den Druck, als sie die ersten zehn Minuten stumm blieben und ein Spruchband („Dies ist sowas wie die letzte Warnung. Denn unser Rückschlag ist schon in Planung“) mit einer klaren Position entrollten.

Allerdings ist es in vielen anderen Stadien der Republik aus Sicherheitsgründen längst gängige Praxis, dass große Fahnen drei Tage vor dem Spiel angemeldet werden müssen, wie ein Blick in die Hausordnungen beim Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin oder dem Zweitligisten Dynamo Dresden verrät.

In Erfurt ist derweil noch kein Kompromiss erzielt, aber die Tür ist für Christian Fothe nicht zugeschlagen: „Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Fans und wollen, dass das künftig auch so bleibt.“

FC Rot-Weiß Erfurt – BFC Dynamo, Sonntag, 15 Uhr, Steigerwaldstadion

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