Rot-Weiß Erfurt bricht zusammen wie ein Kartenhaus

Berlin  Nach dem ersten Gegentor bricht der FC Rot-Weiß in sich zusammen und verliert zum Saisonauftakt in der Regionalliga 0:2 bei Viktoria Berlin.

Rot-Weiß-Stürmer Marc Brasnic (links/gegen Marcus Hoffmann) scheiterte am Pfosten.

Rot-Weiß-Stürmer Marc Brasnic (links/gegen Marcus Hoffmann) scheiterte am Pfosten.

Foto: Frank Steinhorst

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So schnell sitzt man auf der Tribüne. Weil er im Abschlusstraining auf die Schulter gefallen war und sich eine schmerzhafte Prellung zugezogen hatte, fiel das geplante Debüt von Alexander Schmitt im Rot-Weiß-Trikot aus. Statt Angriffe zu initiieren, betätigte sich der Neuzugang als Kameramann und filmte die 90 Spielminuten bei Viktoria Berlin für die spätere Videoanalyse.

Was er durch die Linse sah, dürfte ihm nicht gefallen haben. Seine Mannschaft setzte den Auftakt in der neuen Regionalliga-Saison gehörig in den Sand. Trotz einer guten ersten Halbzeit mit zwei Großchancen für Marc Brasnic (19./Pfosten) und Petar Lela (34./Kopfball) kassierten die Erfurter eine 0:2-Niederlage. Frustriert schlichen sie nach Abpfiff in die Kabine. „Wir dürfen nicht so zusammenbrechen; müssen weiter an uns glauben“, ärgerte sich Lukas Cichos.

Innerhalb von zwei Minuten musste Cichos vier Schüsse entschärfen

Wie ein Kartenhaus war das rot-weiße Gebilde nach dem Rückstand (Hüther/52.) eingestürzt. Minutenlang agierten die Rot-Weißen kopflos und konnten sich bei ihrem Schlussmann bedanken, in dieser Phase nicht höher ins Hintertreffen geraten zu sein. Innerhalb von zwei Minuten musste Cichos vier Schüsse entschärfen, wiegelte später jedoch ab: „Ich bin ja dazu da, ein paar Bälle und damit meine Mannschaft im Spiel zu halten. Am Ende ist es mir nicht gelungen. Wir haben verloren“, konstatierte der 23-Jährige, der in der Vorbereitung erneut das Duell um die Nummer 1 mit Julian Knoll gewonnen hatte.

An Cichos lag es gewiss nicht, dass im gediegenen Berliner Stadtteil Lichterfelde die Gastgeber jubelten. Weder beim 0:1 nach einem Eckball, noch beim 0:2 durch Ndualu durch einen mustergültigen Konter (76.) besaß er eine Abwehrchance. Ihn wurmte das Zustandekommen aber umso mehr: „Trotz klarer Zuordnung kriegen wir es nicht hin, den Standard mit sechs, sieben Mann zu verteidigen“, sagte Cichos. „So einfach dürfen wir es keinem Gegner in der Regionalliga machen.“ Und der zweite Gegentreffer resultierte gar aus einem rot-weißen Eckball.

„Wir müssen hier in Führung gehen. Dann möchte ich mal sehen, wie Berlin zurückkommt“, meinte Trainer Thomas Brdaric, der eine erste Auswertung noch im obligatorischen Spielerkreis auf dem Feld vornahm. Letztlich musste seine Elf nach dem krassen Leistungsabfall jedoch zufrieden sein, nicht noch höher verloren zu haben.

Unter anderem rettete Manuel Konate Lueken spektakulär, als er den Ball für den schon geschlagenen Cichos kurz vor der Torlinie weg grätschte (66.). „Ge­gen Lok Leipzig müssen wir es jetzt besser machen“, blickte der Verteidiger bereits auf Mittwoch (19.30) und das erste Heimspiel.

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