Vor dem Thüringenderby: Selbstbewusstsein auf beiden Seiten

Nordhausen/Erfurt  Regionalliga Zwischen Wacker Nordhausen und Rot-Weiß Erfurt geht es am Sonntag um mehr als drei Punkte.

Im Thüringer Pokalfinale am 25. Mai 2017 trafen Rot-Weiß Erfurt (mit Christoph Menz/links und Torhüter Erik Domaschke/rechts) und Wacker Nordhausen (mit Nils Pichinot beim Kopfball) zuletzt aufeinander.

Im Thüringer Pokalfinale am 25. Mai 2017 trafen Rot-Weiß Erfurt (mit Christoph Menz/links und Torhüter Erik Domaschke/rechts) und Wacker Nordhausen (mit Nils Pichinot beim Kopfball) zuletzt aufeinander.

Foto: Sascha Fromm

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Zum insgesamt 24. Mal treffen am Sonntag (13.30 Uhr) die Nordhäuser und Erfurter Fußballer aufeinander. Die Bilanz spricht für Rot-Weiß: 14 Siege bei vier Niederlagen – doch Wacker will aufholen. Vor dem Regionalliga- Duell äußern sich wichtige Protagonisten.

FAVORITENROLLEVolkan Uluc (Wacker-Trainer): Aus meiner Erfahrung ist sie unabhängig von der Tabellensituation. Die Chancen stehen 50:50. Wir haben das kleine Derby ge-gen Meuselwitz erlebt. Da ist alles auf Augenhöhe in dieser Liga.

Carsten Kammlott (Wacker-Angreifer): Bei RWE waren wir zuletzt nie in der Favoritenrolle. Die gibt es jetzt aber auch hier nicht. Aber ich würde lügen, wenn ich sage, das ist kein besonderes Spiel für mich. Thomas Brdaric (Rot-Weiß-Trainer): Das zeigt ja nicht nur die Tabelle, wer in dem Spiel der Favorit ist. Aufgrund der Dichte ihres Kaders, der individuellen Klasse und nicht zuletzt ihres Budgets, sind das die Nordhäuser. PRESTIGEUluc: Für uns Sportler ist das Prestige nicht so wichtig; für den Verein aber schon. Brdaric: Extra motivieren muss ich niemanden. Wir wissen, dass es eine besondere Partie ist und freuen uns sehr darauf. Wir wollen uns gerne mit solch einem ambitionierten Gegner messen.

DRUCK Uluc: Ich spüre keinen Druck, und meine Spieler müssen nur Hunger und Appetit auf das Derby und den Sieg haben. Jan Glinker (Wacker-Torwart): Ich spüre vor einem Derby immer nur positiven Druck. Es sind einfach nur mehr Zuschauer da. Oliver Bornemann (Rot-WeißSportdirektor): Wir sind tiefenentspannt und haben im Gegensatz zu den Nordhäusern gar keinen Druck. Für die geht es ja fast schon um alles. Die brauchen die Punkte dringend, um ihre Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Aber wir wollen kratzen und haben mit Sicherheit noch genug Platz im Bus für die drei Punkte. STIMMUNGUluc: Das Stadion wird beim Derby voll sein. Darauf freuen wird uns alle. Ich hoffe, der Funke unserer Fans, die uns in dieser Saison in allen Heimspielen so nach vorn gepeitscht haben, springt über. Die 1000 Erfurter sollten unsere Anhänger stimmungsmäßig nicht überholen. Brdaric:Dass uns 1200 Fans vor Ort unterstützen, sorgt ja fast für einen Ausnahmezustand dort. Es pusht uns natürlich noch einmal. Ich persönlich freue mich auf das Wiedersehen mit ehemaligen Spielern von mir – wie Dino Medjedovic oder Pierre Merkel.

GEGNERUluc: Erfurt hat ein gutes Umschaltspiel. Darauf müssen wir sehr achten. Sie stehen sehr kompakt, haben bisher ja auch nur fünf Gegentore bekommen. Bornemann: Mich verwundert der ketzerisch-emotionale Teil etwas, der aus dem Harz hier in die Landeshauptstadt schwappt. Da hat man ja das Gefühl, es ist das dritte Weltwunder, dass Erfurt in Nordhausen spielt. Unverständlich war auch der harsche Ton, mit dem uns der Wunsch nach einer Verdoppelung des Ehrenkarten-Kontingents ausgeschlagen wurde. Bei uns wäre das pro-blemlos möglich gewesen.

PERSONALUluc: Der Kader wie zuletzt beim BFC -Spiel steht. Nur Heidinger hat sich beim Oberliga-Einsatz einen „Pferdekuss“ geholt und muss den auskurieren. Brdaric: Glody Zingu fällt wegen einer Verhärtung im Oberschenkel leider aus. Ansonsten werden wir mit den bewährten Spielern antreten. Vielleicht ist Danilo Dittrich eine Option für die Bank.

TAKTIKUluc: Wir werden viel Ballbesitz haben, Erfurt wird kontern wollen. Wir müssen rigoros unsere Chancen nutzen. 18:3 Torschüsse gegen den BFC und am Ende nur ein 1:1 – das schmerzt noch. Brdaric: Wir wollen den Nordhäusern wenig Freiraum lassen, ihnen den Spaß nehmen. Selbst werden wir versuchen, nach vorne zu spielen und effektiv zu sein. In der bisherigen Saison war auf unsere Defensive immer Verlass.

TIPPUluc: Ich bin mir sicher, dass wir am Sonntag gewinnen werden, wenn wir unsere Tugenden auf den Platz bringen.

Kammlott: Ich tippe nicht auf meine eigenen Spiele. Aber Derbys sind immer geil – und die drei Punkte sollen bei uns bleiben. Brdaric: Ich tippe grundsätzlich nicht; als Trainer wäre ein 1:0 für uns aber das ideale Ergebnis.

Wacker Nordhausen – Rot-Weiß Erfurt, Sonntag 13.30 Uhr; live im Internet (MDR)

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