Wacker-Angreifer Kammlott: „Ich rechne mit Erfurter Pfiffen“

Nordhausen  Wacker-Angreifer Carsten Kammlott freut sich dennoch auf ein emotionales Wiedersehen mit seinem Ex-Club Rot-Weiß.

Nordhausens Torjäger Carsten Kammlott freut sich auf das Derby.

Foto: Imago

Über vier Jahre trug Carsten Kammlott das Trikot des FC Rot-Weiß Erfurt, bevor er vor dieser Saison zum Ligakonkurrenten Wacker Nordhausen wechselte. Vor dem Regionalliga-Derby am kommen-den Sonntag (13.30 Uhr) sprach unsere Zeitung mit dem 28-jährigen Angreifer.

Haben Sie den späten Punktverlust beim BFC Dynamo verdaut?

Nein, nicht so wirklich. Dass wir den Sieg noch hergegeben haben, tut schon weh. Da werde ich noch bis Mittwoch brauchen, um das zu verdauen. Dann konzentriere ich mich voll auf Erfurt.

Sechs Punkte Rückstand auf Chemnitz nach acht Spielen – wie groß ist die Gefahr, vorzeitig den Anschluss zu verlieren?

Wir müssen weiter auf uns schauen und unsere Hausaufgaben machen. Chemnitz hat einen Lauf, daran können wir nichts ändern. Also gilt es, die eigenen Spiele zu gewinnen und auf Ausrutscher zu warten. Dann müssen wir da sein.

Fünf Siege, drei Remis – unabhängig von Chemnitz darf der Saisonstart als geglückt gelten.

Wir haben bisher vielleicht ein Remis zu viel. Klar ist aber auch, dass man Punktverluste in dieser Liga nie ausschließen kann.

„Am Sonntag kommt die Nummer 3 in Thüringen“, wirbt ihr Verein im Vorfeld des Derbys. Wird der FC Rot-Weiß der nächste Stolperstein zum anvisierten Ziel Aufstieg?

Ich hoffe nicht. Rot-Weiß hat sich zuletzt gut gefangen und nach dem Punkt bei Lok Leipzig gegen Rathenow überzeugt. Das wird keine einfache Aufgabe, aber wir wollen natürlich gewinnen.

Befürchten Sie Unruhe im Umfeld des Vereins?

Wenn wir von jetzt an unsere Spiele gewinnen, wird es keine Unruhe geben. Wie gesagt: auch Chemnitz wird noch Punkte liegen lassen. Die Saison ist noch sehr lang, da kann viel passieren.

Was macht die Erfurter Mannschaft aus?

Um ehrlich zu sein, habe ich sie zu wenig gesehen, um mir ein Urteil bilden zu können. Klar schaue ich immer auf die Ergebnisse, aber dadurch, dass der Kontakt weniger geworden ist, ist man nicht mehr so nah dran.

Die Erfurter Mannschaft hat sich stark verändert. Gibt es überhaupt noch Kontakt?

Es gibt ja kaum noch Spieler, mit denen ich zusammengespielt habe. Der Kontakt beschränkt sich mehr auf außenstehende Personen wie Torwarttrainer René Twardzik oder Mannschaftsbetreuer „Sakko“ Schröder. Ich freue mich, sie wiederzusehen.

Erfurt war und ist trotz des Wechsels nach Nordhausen immer Ihr Herzensverein. Würden Sie vom schwierigsten Spiel Ihrer Karriere sprechen?

Ich habe ja schon einmal mit RB Leipzig gegen Erfurt gespielt, von daher kenne ich das Gefühl. Es ist zwar ein etwas komisches Gefühl, aber es hält sich auch in Grenzen. Vielleicht wäre es etwas anderes, wenn man noch mehr alte Spieler kennen würde. Das ist aber nicht der Fall.

Überwiegt ein mulmiges Gefühl oder die Vorfreude auf Sonntag?

Eindeutig die Vorfreude. Volles Stadion, tolle Atmosphäre und Stimmung – es gibt für einen Fußballer nichts Schöneres. Das Derby dürfte ein Fest werden, hoffentlich mit dem besseren Ausgang für uns.

Rechnen Sie mit Pfiffen durch die Rot-Weiß-Fans?

Davon gehe ich aus. Aber ich kenne es doch schon aus Leipziger Zeiten. Schön ist das zwar nicht, aber so ist es nun mal.

Könnten Sie sich bei einem Treffer freuen?

Das kann ich so gar nicht sagen. Es kommt wohl auf den Moment an. Ich überlege mir nie vorher einen Torjubel und weiß auch nicht, ob ich überhaupt jubeln würde, sollte ich treffen.

Ihre Tochter, die ein RWE-Trikot besitzt, wäre nicht sauer, wenn der Papa gegen Erfurt trifft?

(lacht) Nein, nein. Sie freut sich vielmehr, wenn ich mit guter Laune nach Hause komme und gewonnen habe. Außerdem hat sie auch ein Wacker-Trikot.

Was haben Sie gedacht, als die Auslosung zum Landespokal durchsickerte?

Ich habe geschmunzelt. Das war mir irgendwie klar und musste so kommen. Aber es ist natürlich wieder ein reizvolles Duell, das Stadion wird voll sein. Doch bis zum Spiel ist noch Zeit. Jetzt gilt es erst einmal, sich 100 Prozent auf Sonntag zu konzentrieren.

Wacker Nordhausen – Rot-Weiß Erfurt, Sonntag 13.30 Uhr, Albert-Kuntz-Sportpark

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