Wacker Nordhausen gewinnt in Potsdam trotz Unterzahl mit 3:2

Potsdam. Der Jubel kannte nach dem Abpfiff im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion keine Grenzen. Mit 3:2 gewinnt Wacker Nordhausen am elften Regionalliga-Spieltag gegen den SV Babelsberg. Dabei hatten die Wackeren über eine halbe Stunde lang nur noch zu zehnt auf dem Platz gestanden.

Große Freude bei Wacker Nordhausen. Ein Auswärtssieg in Unterzahl gegen den Drittliga-Absteiger SV Babelsberg. Foto: TA

Große Freude bei Wacker Nordhausen. Ein Auswärtssieg in Unterzahl gegen den Drittliga-Absteiger SV Babelsberg. Foto: TA

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Matti Langer hatte in der 58. Minute für ein sicherlich gelbwürdiges Foul glatt Rot gesehen. Schiedsrichter Lasse Koslowski meinte es ohnehin recht gut mit den Gastgebern. Er sprach den Babelsbergern zwei Elfmeter zu, beim ersten in der 38. Minute sah man sogar bei den SV-Spielern überraschte Gesichter, als der Schiedsrichter auf den Punkt zeigte.

Zu diesem Zeitpunkt war es eine durchaus ausgeglichene Partie. Babelsberg hatte Wacker in den ersten Minute zwar in der eigenen Spielhälfte eingeschnürte, doch Wacker arbeitete sich ins Spiel hinein, war vor allen Dingen durch Standards gefährlich. In der 10. Minute war es dann auch ein Freistoß von Caglayan Tunc, der maßgenau aus rund 25 Metern auf Robert Starks Kopf landete. Der verlängerte den Ball unhaltbar zum 0:1 für Nordhausen.

Nach dem Ausgleich durch das Elfmetertor von Süleyman Koc waren es weiterhin die Gäste, die die besseren Chancen hatten. Die größte, um noch vor der Pause wieder in Führung zu gehen, hatte Martin Hauswald. Sein Kopfball aus nur fünf Metern Entfernung ging ganz knapp am Tor vorbei.

Wacker kam zuerst wieder aus der Kabine und war direkt mit dem Wiederanpfiff auch gleich wieder am Drücker. Hatte Hauswald kurz vor dem Seitenwechsel seine Riesenchance noch vertan, so machte er es in der 47. Minute deutlich besser. Eine Ecke von links, getreten von Matti Langer, landete erst einmal auf der Querlatte, sprang von dort ins Feld zurück und Hauswald vollstreckte mit wunderbarem Fallrückzieher: 2:1 für die Gäste. Wacker war in dieser frühen Phase der zweiten halbzeit drauf und dran, schon für die Vorentscheidung zu sorgen, doch einmal mehr war es eine Entscheidung des Unparteiischen, die die Nordhäuser ausbremste. Matti Langer, bis dahin noch nicht weiter aufgefallen, sah in der 58. Minute für eine Notbremse glatt Rot. Die gelbe Karte wäre durchaus gerechtfertigt gewesen, Rot war überhart bestraft.

Und in Überzahl drehten die Babelsberger dann auch noch einmal mächtig auf. Doch Patrick Siefkes im Nordhäuser Tor zeigte eine starke Leistung, musste einige Male in höchster Not eingreifen, war aber sicher. Doch auch Wacker hatte noch Chancen, wollte den Sack zumachen. Für die Vorentscheidung hätte Jan Löhmannsröben in der 68. Minute sorgen können. Pascal Biank hatte sich über links durchgesetzt, an der Strafraumgrenze noch zwei Babelsberger stehen lassen und dann in die Mitte zum völlig frei vorm Tor stehenden Löhmannsröben gepasst. Der der trifft den Ball nicht richtig. Sein Schuss aus gut fünf Metern geht ganz knapp am rechten Pfosten vorbei. Im direkten Gegenzug marschierte Babelsbergs Süleymann allein auf Siefkes zu, der ihm den Ball in letzter Sekundenvom Fuß nahm.

Mit dem dritten Wechsel für Wacker brachte Trainer Jörg Goslar in der 82. Minute Christopher Lehmann für Toni Jurascheck. Und ausgerechnet Lehmann war es dann auch, der quasi mit seiner ersten Ballberührung in der 85. Minute zum 3:1 für die Gäste traf. Er hatte einen langen Ball an der Strafraumgrenze aufgenommen, hatte dann noch einen Abwehrspieler der Babelsberger ausgetanz und dann mit langem Fuß den Ball an SV-Keeper Dominik Feber vorbei geschoben.

Wer nun aber meinte, damit wäre die Entscheidung bereits gefallen, sah sich getäuscht. Babelsberg rannte nun wütend an, in der 88. Minute zeigte Schiedsrichter Koslowski schon wieder auf den Punkt. Wieder trat Süleymann an und wieder verwandelte er sich. Wacker musste nun noch einmal zittern, brachte den verdienten 3:2-Erfolg aber über die Zeit und konnte anschließend jubeln. Mit dem Sieg verbesserten sich die Nordhäuser auf Tabellenplatz 13.

Wacker Trainer Jörg Goslar: Das war ein Sieg für die Moral. Wir haben immer dran geglaubt und hart gearbeitet. Wenn man sich in Unterzahl gegen so einen Gegner behauptet, dann sind wir jetzt glaube ich in der Liga angekommen. Egal was passiert. Wir wollen uns in der Liga festbeißen, das war heute ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.