Nach Insolvenzantrag: Wer bleibt, wer geht bei Wacker Nordhausen?

Nordhausen.  Nach dem Insolvenzantrag hat beim Fußball-Regionalligisten Wacker Nordhausen der Umbruch begonnen.

Bei Wacker Nordhausen hat nun Insolvenzverwalter Peter Staufenbiel das Sagen.

Bei Wacker Nordhausen hat nun Insolvenzverwalter Peter Staufenbiel das Sagen.

Foto: Marco Kneise

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Bei Wacker Nordhausen hat nach dem Insolvenzantrag der Umbruch begonnen. „Bei mir haben sich ganz wenige Spieler gemeldet. Den großen Teil erledigen die Trainer. Sie sondieren jetzt, wer bleiben will und wer sich einen neuen Verein suchen wird“, sagte Peter Staufenbiel, der Insolvenzverwalter beim Fußball-Regionalligisten. „Es werden jetzt zeitnah die Gespräche mit den Spielern geführt. Mit wem es dann weitergeht, wissen wir auch noch nicht“, sagte Interimstrainer Matthias Peßolat, der mit dem Sportlichen Leiter Tino Berbig seit dem Weggang von Heiko Scholz das Training leitet.

Gehälter von Agentur nur bis 6000 Euro rückwirkend bezahlt

Wird im Januar das Insolvenzverfahren eröffnet, werden von der Arbeitsagentur rückwirkend für drei Monate die Gehälter in voller Höhe gezahlt. Allerdings gibt es hier eine Obergrenze von knapp 6000 Euro brutto, weshalb dem Vernehmen nach einige Spitzenverdiener in Nordhausen wohl mit erheblichen Einbußen rechnen müssen. Aber ohnehin wird damit gerechnet, dass zahlreiche Spieler sich in der Winterpause neue Vereine suchen werden.

Neue Zeitrechnung beginnt in der Regionalliga

Während Drittliga-Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena schon angekündigt hat, kein Interesse an Spielern aus Nordhausen zu haben, hält sich Wackers Ligarivale Rot-Weiß Erfurt bedeckt. „Wir werden mit den Investoren besprechen, ob wir in der Winterpause auf dem Spielermarkt tätig werden“, sagte Geschäftsführer Michael Krannich: „Wir hatten mit niemandem Kontakt.“

Dass Carsten Kammlott ein möglicher Zugang bei seinem Ex-Verein wäre, wollte niemand bestätigen. „Ich habe seit meinem Besuch beim Wacker-Spiel gegen Viktoria Berlin am 1. Dezember keinen Nordhäuser Spieler mehr gesehen“, sagte Erfurts Trainer Robin Krüger.

Rot-Weiß Erfurt hält sich bedeckt

Derweil denkt der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) über härtere Sanktionen bei Insolvenzanträgen von Viertligisten nach. „Wir müssen überlegen, ob wir die wirtschaftlichen Voraussetzungen der Vereine auch prüfen, um in der Regionalliga spielen zu können und das auch durchzuhalten“, sagte NOFV-Präsident Erwin Bugar im MDR-Interview. Man müsse überlegen, ob man die Bedingungen für die Regionalliga verschärfen müsse, erklärte der Verbandschef.

Bislang werden die wirtschaftlichen Verhältnisse der Klubs nicht näher unter die Lupe genommen. In Kürze wolle der NOFV über die Konsequenzen für Nordhausen entscheiden. Laut Spielordnung werden neun Punkte abgezogen.

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