Wacker Nordhausens Trainer Heiko Scholz: „Wir sind keine Überflieger“

Leipzig  Wacker Nordhausen muss die Stärke von Lok Leipzig beim 3:4 anerkennen. Die schwache Abwehrarbeit kostet Punkte.

Florian Beils Tor zum 3:4 (rechts der Ex-Nordhäuser Kevin Schulze) kam zu spät.

Florian Beils Tor zum 3:4 (rechts der Ex-Nordhäuser Kevin Schulze) kam zu spät.

Foto: Bernd Peter

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„Die Woche davor haben wir gegen Erfurt gesungen, jetzt singen die anderen“, meinte Wackers Kapitän Tobias Becker nach aufreibenden 90 Minuten vor über 3500 Fans im Bruno-Plache-Stadion. 3:4 (1:1) hieß es gegen Lok Leipzig nach einer spektakulären Partie, die Werbung für die vierte Liga war.

„Wer heute nicht dabei war, der hat was verpasst“, sagte Nordhausens Trainer Heiko Scholz, der sich schnell gesammelt hatte. „Lok war der absolut verdiente Sieger“, ließ Scholz keine Diskussionen über fehlendes Spielglück und unglückliche Gegentore aufkommen. „Wenn wir nach zwanzig Minuten 3:0 hinten liegen, hätten wir uns nicht beschweren dürfen“, sagte er. Wacker war glücklich mit 1:1 durch ein Kopfballtor von ­Pichinot (38.) in die Kabinen ­gekommen.

Die Lok-Offensiven ließen die Nordhäuser phasenweise wie ein Jojo laufen. Dabei hatte Scholz seine Truppe auf die 3-5-2-Angriffswucht über die Außen vorbereitet. „Wir haben heute als Mannschaft nicht gut verteidigt. Wir müssen analysieren, was da alles schief gelaufen ist“, sagte Maurice Pluntke, der Pechvogel der Nordhäuser an diesem heißen Fußballabend.

Gerade als man die Partie nach dem Traumtor von Kores (55.) im Griff zu haben schien, fabrizierte der Innenverteidiger ein Eigentor (73.). Eine scharfe Eingabe der Leipziger sprang ihm ans Bein und dann ins Tor. „Ich habe den Ball erst im letzten Moment gesehen und konnte nicht mehr reagieren“, sagte Pluntke. Der Konjunktiv ­beherrschte die torreiche Partie. Immer wenn ein Team dachte, das andere unter Kontrolle zu haben, kam der Gegner zurück. Selbst nach der vermeintlichen Entscheidung durch Wolf zum 4:2 (82.), reagierte Wacker mit Beils Treffer zum 3:4 (85.) nochmals. Doch diesmal reichte die mentale Kraft nicht zum Ausgleich. Scholz hatte trotz unglücklichen Ausgangs ein Lob für seine Männer übrig. „Wir haben hier nie aufgegeben, immer weiter gepaddelt. Doch nach dem 2:2 hätten wir mindestens den Punkt mitnehmen müssen. Da sieht man, dass wir keine Überflieger sind“, verwies der Trainer auf das Spielglück in den knappen Spielen zuvor. Nun wartet am Sonntag mit Cottbus der nächste Härtetest.

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