Berlin. Die digitale Rentenübersicht schafft Durchblick über die späteren Bezüge – doch drei Monate nach dem Start klappt noch nicht alles.

  • Wie hoch fällt die eigene Rente aus?
  • Das neue Internetportal www.rentenuebersicht.de
  • Das Portal kann jeder Rentenversicherte nutzen

Mal kommt das Informationsblatt der Deutschen Rentenversicherung (DRV), mal schickt der Verwalter des Riester-Vermögens oder der Betriebsrente einen Zwischenstand. Ein schneller Überblick über die später zu erwartenden Einkünfte ist da kaum möglich. Doch seit Jahresbeginn ist es einfach, sich einen Überblick über alle Renten-Ansprüche zu verschaffen. Die digitale Rentenübersicht macht es möglich – wenn auch noch nicht für jeden Versicherten.

'Thüringen - Der Tag' - Post von Jan Hollitzer

TA-Chefredakteur Jan Hollitzer betrachtet Themen, die uns beschäftigt haben, es momentan tun und künftig werden in kommentierter Form.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Das gleichnamige Internetportal www.rentenuebersicht.de ist bei der DRV angesiedelt. Dort werden alle Ansprüche aus der gesetzlichen Rente, der privaten Förderrente oder der Betriebsrente von den jeweiligen Anbietern gemeldet. So sieht der Nutzer auf einen Blick, welche Ansprüche er oder sie bereist erworben hat und welche Rentenhöhe für ihn oder sie prognostiziert wird. Idealerweise sollen die Bürger anhand der Informationen erkennen können, ob ihr Geld im Alter ausreichen wird oder ob sie versuchen sollten, mehr für ihre Rente zu tun.

Lesen Sie auch: Wie Sie Ihre Rente auch mit Mitte 50 noch aufbessern

Das Portal kann jeder Rentenversicherte nutzen. Allerdings ist die Anmeldung dazu nicht ganz einfach. Benötigt wird ein Computer oder Smartphone. Darauf muss die Ausweis-App installiert sein. Diese App wird zur Legitimierung für den Zugang zu den ja sehr persönlichen Daten benötigt. Die App-Shops für Android-Handys und für Apple-Geräte bieten die App kostenlos an. Damit die Anmeldung klappt, ist zudem ein Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion vonnöten.

So meldet man sich im neuen Renten-Portal an

Mit dem Ausweis teilen die Bürgerämter den Inhabern auch eine Pin zu. Sollte sie nicht auffindbar sein, schickt das Amt eine neue zu. Die sechsstellige Pin wird für die eindeutige Identifikation benötigt. Auf der Webseite der Rentenübersicht ist auch ein Video abrufbar, das die Anmeldung in Wort und Bild erklärt. Schließlich wird noch die Steueridentifikationsnummer abgefragt. Sie findet sich auf jedem Steuerbescheid. Hat man all diese Unterlagen und Daten zusammen, kann man sich auf dem Online-Portal zur Rentenübersicht anmelden.

Nach der Anmeldung werden zunächst die Ansprüche aus den verschiedenen Rentenversicherungen angezeigt. Mit wenigen Klicks können auch die prognostizierten Zahlungen, Details zu jeder Rente, der Beginn der Auszahlungen oder die Zahlungsweise abgerufen werden. So können sich spätere Rentner auf dem aktuellen Stand ihrer Altersvorsorge halten und gegebenenfalls mehr oder weniger sparen, um später ein ausreichendes Einkommen zu erzielen. Nach Angaben der Rentenversicherung haben sich bisher rund 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger über ihre Altersvorsorgeansprüche informiert. Für das neue Portal haben sich gut 150.000 Nutzer registrieren lassen.

Übersicht zur Rente: Hier hakt es noch beim neuen Portal

Im Februar 2021 trat das Gesetz „Digitale Rentenübersicht“ in Kraft, am selben Tag noch nahm die neu geschaffene Zentrale Stelle für die Digitale Rentenübersicht (ZfDR) ihre Arbeit auf. Jetzt, drei Monate nach dem Start, klappt allerdings noch längst nicht alles reibungslos. So konnten sich Interessenten, die den Apple-Browser Safari verwenden, zumindest zeitweise nicht im Portal anmelden. Der Fehler werde bald behoben, verspricht die DRV.

Manchmal ruckelt es noch etwas beim neuen Online-Rentenüberblick, doch schon heute kann man eine Übersicht der Rentenansprüche einsehen.
Manchmal ruckelt es noch etwas beim neuen Online-Rentenüberblick, doch schon heute kann man eine Übersicht der Rentenansprüche einsehen. © iStock | izusek

Die Apple-Freunde müssen trotzdem nicht draußen bleiben. Mit einem anderen Browser, zum Beispiel Google-Chrome oder Firefox, gelingt die Anmeldung auch. Ein zweites Manko lernen Vorruheständler kennen, die normal weiterarbeiten und zusätzliche Altersvorsorgeprodukte besitzen. Bereits in der Auszahlungsphase befindliche Renten werden nicht mehr angezeigt. Aber auch Arbeitnehmer erhalten noch nicht zwingend den Überblick über alle Vorsorgeansprüche.

Denn noch sind nicht alle Anbieter von Altersvorsorge an die digitale Rentenübersicht angebunden. Laut DRV sind es derzeit 284 Vorsorgeeinrichtungen in 27 Organisationen, die Daten ihrer Kunden bereitstellen. Noch ist die Anbindung freiwillig. Doch bis Ende dieses Jahres ist die Einbindung aller Einrichtungen verpflichtend.

Auch interessant: ETF zur Altersvorsorge: Wie man davon lebt und Steuern spart

Übrigens: Nicht nur Senioren und Rentner können sich so einen Überblick über ihre Rente online verschaffen. Jeder, der seit mehr als fünf Jahren Beiträge in die Deutsche Rentenversicherung einzahlt und mindestens 27 Jahre alt ist, erhält die sogenannte Renteninformation. Aktuell sind das rund 31 Millionen Menschen, die einmal pro Jahr Post von der DRV bekommen. Mit dem Startschuss in den Regelbetrieb Ende vergangenen Jahres soll nun jeder Bürger zu jederzeit Online Zugang zu seinen Altersvorsorgeansprüchen haben.