Mit Jens Cotta bewirbt sich bei der Thüringer Landtagswahl am 1. September kein Neueinsteiger um das Direktmandat des Wahlreises Kyffhäuserkreis II. Der 51-Jährige, der seit 2016 AfD-Mitglied und seit 2018 Sprecher (Vorsitzender) des Kreisverbandes der Alternative für Deutschland ist, war bereits seit 2019 Landtagsmitglied, der Gewinn des Direktmandats damals eine Überraschung für den Wahl-Arterner.

Täglich
Der Newsletter für den Kyffhäuserkreis
Alle wichtigen Informationen aus dem Kyffhäuserkreis, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich denke, dass ich viel Glück hatte“, so der gebürtige Frankenhäuser im TA-Gespräch. Bis November sei er dann noch zur Arbeit als Leiter der Revision bei der Volksbank Eisleben gegangen.
Neben dem AfD-Wahlkreisbüro in Sondershausen, das er sich mit dem Bundestagsabgeordneten Jürgen Pohl teilt, hat sich Cotta 2020 in der Praxis seiner Frau in der Poststraße in Bad Frankenhausen ein kleines Büro als Anlaufstelle eingerichtet. Im Landesparlament war der AfD-Fraktionsvize und Medien- und finanzpolitische Fraktionssprecher Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss sowie im Ausschuss für Kultur, Europa, Medien, gehörte der Versammlung der Thüringer Landesmedienanstalt und dem Thüringenforst-Verwaltungsrat an. Er suche den Dialog und gemeinsam betriebene Sachpolitik sei ihm wichtig, betont Cotta. Seine Reden im Parlament auch zu Jagd, Wolf und in der Zeit der Pandemie zu den politischen Corona-Entscheidungen zählte er nicht.
„Politik macht unzufrieden“
Seinen Themenfeldern will sich Cotta auch in der neuen Legislatur widmen. Den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk sieht der AfD-Mann kritisch, hält vor allem die vielen Sender und das ausufernde Internetangebot für überflüssig. Dies sollte den Privatmedien vorbehalten bleiben, die damit ihr Geld verdienen. Dass die AfD den ÖRR abschaffen wolle, bestreitet Cotta. Mit der im Wahlprogramm der AfD vorgesehenen Abschaffung des Rundfunkbeitrags würde das aber geschehen.
Auch den Landeshaushalt sieht der gelernte Banker kritisch. Statt Geld in politische Vorfeldorganisationen und Ideologieprojekte zu stecken, sollte endlich wieder „Politik fürs Volk gemacht werden“.
Die Wahlkreise im Kyffhäuserkreis und ihre Kandidaten
Wahlkreis 10 (westlicher Kyffhäuserkreis)
Jürgen Rauschenbach (B90/Grüne)
Wahlkreis 11 (östlicher Kyffhäuserkreis)
Gewöhnungsbedürftig sei anfangs die neue Arbeitsweise gewesen. „Durch die freie Zeiteinteilung verschmelzen privat und dienstlich miteinander. Da muss man sich erst wieder strukturieren“. Und was er noch bemerkt: Politik macht unzufrieden. „Man ist nie fertig. Selbst wenn wir im Landtag einen Antrag stellen – und der wird immer abgelehnt – ist das Thema für uns ja nicht vom Tisch.“ Da freue er sich, wenn er im Minijob für die Praxis seiner Frau die Abrechnung machen und etwas zu Ende bringen kann.
„Ich bin Gegenwind gewöhnt“
Nicht gewöhnen kann er sich an die Stimmung im Landtag gegenüber seiner Partei, sagt der AfD-Mann auf Nachfrage. „Auf kommunaler Ebene funktioniert das inzwischen recht gut. Aber im Landtag ist das schon schlimm. Da wird man nicht gegrüßt, da wird man zugeparkt, da wird der Fahrstuhl zugedrückt, wenn man rein will, alles so kleine Schikanen. Als Revisor hatte ich auch nicht nur Freunde, ich bin Gegenwind gewöhnt. Im Landtag nehme ich inzwischen eine Rolle ein, und wenn ich dann heimfahre, bin ich wieder Jens Cotta. Anders hält man das nicht aus“.
Persönliche Anfeindungen im Kyffhäuserkreis habe er aber noch nicht erlebt. Allerdings gegen seine Partei und deren Vorsitzenden. Wichtig bei allem sei, dass die Familie mitmacht und die Partnerin. „Und die habe ich“.
Direktkandidaten für den Kyffhäuserkreis im Kurzportrait
Donata Vogtschmidt (Linke)
Christoph Saal (Linke)
Robert Teske (AfD)
Jens Cotta (AfD)
Stefan Schard (CDU)
Johannes Selle (CDU)
Alexandra Wallrodt (SPD)
Sascha Schwerdt (SPD)
Jürgen Rauschenbach (B90/Grüne)
Janine Ritschel (B90/Grüne)
Leon Rob Diekneite (FDP)
Fred Degenhardt (FDP)
Ralf Köhler (Einzelkandidat)




