„Im Kyffhäuserkreis sind wir in der Kommunalpolitik mit den starken Fraktionen im Kreistag und Stadträten gut aufgestellt“, schätzt Robert Teske ein. Deshalb bereitet es dem Direktkandidaten der AfD im westlichen Kyffhäuserkreis für die Wahl zum Thüringer Landtag wenig Kopfzerbrechen, dass seine Chancen auf das Mandat nicht die größten sind. Das sieht er selbst so.

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Angetreten sei er überhaupt nur, weil seine Parteifreunde im Kyffhäuserkreis ihn darum gebeten hätten. „Eigentlich hatte ich gar nicht vor in den Landtag einzuziehen. Aber nachdem ich nun einmal die Kandidatur übernommen haben, kämpfe ich natürlich auch um möglichst viele Stimmen aus dem Wahlkreis“, stellt er klar. Über die Wahl hinaus soll auch das Parteibüro in Sondershausen weiter erhalten bleiben.

Büroleiter im rechtsextrem eingestuften Landesverband

Teske sieht seine Aufgaben aber ohnehin auf Landesebene, selbst wenn es mit dem Einzug in den Landtag nicht klappen sollte. Der 34-Jährige ist der Leiter des Landesbüros der AfD und damit die rechte Hand von Björn Höcke, dem Chef des vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften AfD-Landesverbandes Thüringen. „Ich habe noch nicht gekündigt und arbeite natürlich intensiv im Wahlkampf für die Landespartei mit“

In Thüringen knüpft der gebürtige Brandenburger nahtlos an seine politischen Aktivitäten in Berlin und Bremen an. In beiden Städten fiel er immer wieder mit rechtsextremen Äußerungen und Mitgliedschaft in rechtsgerichteten Organisationen auf. Die von Teske mitgegründete Junge Alternative stufte der Verfassungsschutz in Bremen als erwiesen rechtsextrem ein.

Verfassungsschutz beobachtet Teske seit Jahren

Über persönliche Kontakte zu Höcke sei er nach Thüringen gekommen, erzählt Teske. Bei Veranstaltungen des sogenannten Flügels, einer ganz rechts außen angesiedelten und inzwischen aufgelösten Gruppierung innerhalb der AfD, habe er mit dem Thüringer Landesvorsitzenden schnell einen gemeinsamen Draht gefunden.

Seine Vergangenheit streitet er nicht ab, versucht aber die Einstufung herunterzuspielen. „Was den Verfassungsschutz zu seiner Einschätzung bewogen hat, kann ich selbst nicht sagen.“ Fest stehe, dass er in Bremen mit einer radikal linken Szene konfrontiert gewesen sei, und vor diesem Hintergrund seine eigenen Aktivitäten als extrem rechts erschienen seien, schiebt er die Umstände vor.

In Thüringen soll Einwanderung gestoppt werden

Keinerlei Zweifel lässt Teske an seiner feindseligen Haltung gegenüber der Einwanderungspolitik in Deutschland. „Das Migrantenproblem war für mich schon in Berlin der Auslöser für meine ersten politischen Aktivitäten“, erklärt er.

In Thüringen sieht er nun die Möglichkeit, die Einwanderung nahezu komplett einzudämmen und Flüchtlinge rigoros abzuschieben, wenn seine Partei in Landtag eine maßgebliche Rolle einnimmt. „Wir sollten das erste Bundesland werden, in dem Einwanderung extrem unattraktiv ist“, plädiert er für Abschottung. „Wichtig ist die Botschaft, dass Ausländer hier unerwünscht sind“, hält er sich dann mit radikalen Ansichten nicht zurück.

Direktkandidaten für den Kyffhäuserkreis im Kurzportrait

Donata Vogtschmidt (Linke)
Christoph Saal (Linke)
Robert Teske (AfD)
Jens Cotta (AfD)
Stefan Schard (CDU)
Johannes Selle (CDU)
Alexandra Wallrodt (SPD)
Sascha Schwerdt (SPD)
Jürgen Rauschenbach (B90/Grüne)
Janine Ritschel (B90/Grüne)
Leon Rob Diekneite (FDP)
Fred Degenhardt (FDP)
Ralf Köhler (Einzelkandidat)

Dabei setzt Teske die Zuwanderer nicht nur als Schmarotzer im Sozialsystem herab. Er sieht in der Migration auch die Ursache für Probleme wie den Ärztemangel und zu wenig Lehrer an den Schulen in Thüringen. Die Erklärung, wie dies zusammenhängt, bleibt er allerdings schuldig.

Kandidat zweifelt an Landtag als demokratische Institution

Mit den Institutionen der Demokratie hat Teske ebenfalls so seine Probleme. „Die funktionieren einfach nicht mehr. Bestes Beispiel ist dafür der Thüringer Landtag. Wie kann es denn sein, dass weit über 90 Prozent aller Anträge aus unserer Fraktion immer gleich abgewiesen werden“, schimpft er. Auch hier schiebt er den politischen Gegner die Schuld zu, demokratische Gepflogenheiten nicht zu beachten.

Sollte Teske selbst als Abgeordneter ins Landesparlament einziehen, werde er solche Missstände schonungslos anprangeren. „Ich bin der Typ, der auch mal laut und deutlich ausspricht, was er will oder nicht in Ordnung findet.“ Er werde sich dann nicht auf eine Rolle als Mitläufer oder Hinterzimmer-Politiker in der Fraktion einlassen.

Enger Kontakt in den Kyffhäuserkreis soll gepflegt werden

Wird es nichts mit dem Direktmandat, will Robert Teske wie bisher als rechte Hand von Höcke in der Thüringer Landespolitik mitmischen. Auf seinem Posten als Büroleiter, auf den ihn der AfD-Landeschef 2019 platziert hatte, fühle er sich nach seiner Kandidatur dann auch nicht zurückgesetzt.

Aus den Wahlkampfauftritten im Kyffhäuserkreis habe sich auch eine gewisse Verbundenheit zu der Region entwickelt, erklärt Teske. Deshalb werde er Kontakt nicht nur zu den Parteifreunden, die er ebenfalls schätzen gelernt habe, halten, egal, ob es mit dem Direktmandat klappe oder nicht.

Die Wahlkreise im Kyffhäuserkreis und ihre Kandidaten

Wahlkreis 10 (westlicher Kyffhäuserkreis)

Donata Vogtschmidt (Linke)

Robert Teske (AfD)

Stefan Schard (CDU)

Alexandra Wallrodt (SPD)

Jürgen Rauschenbach (B90/Grüne)

Leon-Rob Diekneite (FDP)

Ralf Köhler (Einzelkandidat)

Wahlkreis 11 (östlicher Kyffhäuserkreis)

Christoph Saal (Linke)

Jens Cotta (AfD)

Johannes Selle (CDU)

Sascha Schwerdt (SPD)

Janine Ritschel (B90/Grüne)

Fred Degenhardt (FDP)

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