Themen, die Kinder und Jugend betreffen, liegen Christoph Saal (Linke) besonders am Herzen. Der 33-jährige Erzieher tritt als Landtagskandidat für die Linke im östlichen Kyffhäuserkreis (Wahlkreis 11) an und möchte am 1. September den Sprung in den Thüringer Landtag schaffen.
Seit den Kommunalwahlen nun auch im Stadtrat
In den letzten fünf Jahren brachte sich Saal auf kommunaler Ebene durch Mitarbeit in gleich drei verschiedenen Ausschüssen ein. Außerdem saß er im Aufsichtsrat der Aratora Wohnungsbaugesellschaft. Bei den jüngsten Kommunalwahlen im Mai wurde er für die Linke in den Arterner Stadtrat gewählt. Dort möchte er unter anderem ein Kinder- und Jugendparlament für mehr Teilhabe aus der Taufe heben. Warum der verheiratete Arterner seinen Hut um ein Mandat im Thüringer Landtag in den Ring wirft, begründet er unter anderem mit bildungspolitischen Themen.
Forderung nach gleichen Bildungschancen
„Ich will Themen, die Kinder und Jugendliche beschäftigen, im Landtag einbringen“, nannte der zweifache Familienvater einen von zwei triftigen Beweggründen, sich in der Landespolitik engagieren zu wollen. Eine zentrale Forderung ist die nach den gleichen Bildungschancen, unabhängig von der Herkunft. „Um das zu schaffen, muss Bildung für alle kostenfrei sein“, sagt Saal. Angefangen beim Kindergarten, der bislang immerhin teilweise elternbeitragsfrei ist, bis hin zum Schulabschluss.
Integrieren durch Inklusion
Inklusion sieht Saal als das Erfolgsmodell. „Je mehr wir ausgrenzen, umso mehr Konfliktsituationen gibt es“, ist Saal überzeugt. Kinder müssen nach seiner Sicht lernen, „dass Inklusion die Normalität ist. Trotzdem kann und darf es verschiedene Gruppen, abhängig von ihrem Förderbedarf geben, so der Landtagsabgeordnete.
Lehrer entlasten
Viel wichtiger ist es nach seiner Auffassung, dass sich die Kinder im Unterricht nicht abgehängt fühlen. Für einen einzigen Lehrer oder Betreuer, der unterschiedlichen Schülern in einer Klasse gerecht werden muss, ist das alles andere als leicht. Hier braucht es Entlastung für beispielsweise Schulen. „Es braucht Sonder- und Heilpädagogen, die den Unterricht begleiten“, so Saal. Das sogenannte Startchancen-Programm hat Schwerpunkt-Schulen ausgewählt und möchte dort unter anderem mit Zusatzpersonal unterstützen. Das sei ein guter Ansatz und müsse fortgesetzt werden, meint Saal.
Für jedes Kind ein Tablet
Um die benötigten Fachkräfte zu finden, sollten laut des Landtagskandidaten „Quereinsteigermodelle verbessert werden, zum Beispiel durch ein höheres Entgelt“, meint er und schlug eine Anwerbungsprämie für Lehrer und Assistenzkräfte vor. Darüber hinaus müsse die Digitalisierung in den Schulen vorangetrieben werden. Für ihn heißt das auch, „dass jedes Kind ab der Grundschule ein Tablet haben darf, um den Umgang damit zu lernen“.
Bürokratie abbauen
In der Vereinsförderung muss ebenfalls mehr passieren, fordert Saal. Vereine sind wichtige Institutionen, die Kinder und Jugendliche durch ihre Nachwuchsarbeit fördern. An anderen Stellen müsse dringend Bürokratie abgebaut werden. „Der Zugang zu Fördermitteln muss vereinfacht werden und die Papierschlacht muss aufhören“, fordert er mit Blick auf Hürden für beispielsweise Vereinsneugründungen.

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Gegen den Rechtsruck im Land muss nach seiner Überzeugung „gesellschaftlich gekämpft werden“. Das beginne bei der Bildung. „Fast täglich hört man rechte Floskeln oder Witze. Ich sorge mich, dass das zur Normalität wird, wenn niemand etwas dagegen sagt und weggeschaut wird“, so Saal. Der Landtagskandidat selbst bringt sich im Kyffhäuserkreis im „Bündnis für Freiheit und Demokratie“ ein, das sich am Jahresanfang in Artern zusammenfand.
Direktkandidaten für den Kyffhäuserkreis im Kurzportrait
Donata Vogtschmidt (Linke)
Christoph Saal (Linke)
Robert Teske (AfD)
Jens Cotta (AfD)
Stefan Schard (CDU)
Johannes Selle (CDU)
Alexandra Wallrodt (SPD)
Sascha Schwerdt (SPD)
Jürgen Rauschenbach (B90/Grüne)
Janine Ritschel (B90/Grüne)
Leon Rob Diekneite (FDP)
Fred Degenhardt (FDP)
Ralf Köhler (Einzelkandidat)
Die Wahlkreise im Kyffhäuserkreis und ihre Kandidaten
Wahlkreis 10 (westlicher Kyffhäuserkreis)
Jürgen Rauschenbach (B90/Grüne)
Wahlkreis 11 (östlicher Kyffhäuserkreis)
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