Geht es in ihren Augen nicht gerecht zu, will Alexandra Wallrodt das auf jeden Fall ändern. „Dabei bin ich sehr zielstrebig und beharrlich“, schätzt sich die 28-jährige aus Clingen selbst ein. „Ich hake nach, auch wenn das den Anderen längst schon auf die Nerven geht.“

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Mit dieser Beharrlichkeit will die Diplom-Verwaltungswirtin jetzt auch in der Landespolitik in Thüringen mitmischen. Sie tritt als Direktkandidatin für die SPD im Wahlkreis 10 (westlicher Kyffhäuserkreis) bei der Wahl zum Landtag am 1. September an.

Sozialer Aspekt in der Politik ist besonders wichtig

„Für mich ist wichtig, dass der soziale Aspekt in der Politik nicht zu kurz kommt“, beschreibt sie einen ihrer Grundsätze. Dazu gehöre es eben, Menschen gerecht und gleichwertig zu behandeln, ihnen gleiche Chancen einzuräumen. „Es müssen hier in Thüringen einfach alle gut leben können“, fasst sie ihre Zielstellung zusammen.

Dafür sei gut funktionierendes Bildungssystem eine wichtige Grundlage. „Da gibt es auch in Thüringen viel zu verbessern, auch wenn wir bei Studien zum Bildungsstand der Schülerinnen und Schüler im Deutschlandvergleich ja schon immer ganz gut abschneiden.“

Zu besseren Bildungschancen gehört es nach Ansicht der Kandidatin auch, an allen Grundschulen kostenloses Mittagessen anzubieten. „Das ist außerdem eine Sache der Gerechtigkeit und ein Zeichen der Wertschätzung für alle Familien mit Kindern in Thüringen“, fügt sie hinzu.

Abgeordnete sollen Teil ihrer Bezüge im Wahlkreis verwenden

Ähnlich wichtig, wie der Jugend bestmögliche Bildung für eine erfolgreiches und gutes Leben zu ermöglichen, ist es Alexandra Wallrodt, Menschen, die Angehörige pflegen, das Leben zu erleichtern. Sie will, dass in Thüringen, ebenso wie bei einem Pilotprojekt in Österreich, Pflegepersonen in einem extra zu diesem Zweck gegründeten Landesbetrieb angestellt werden. So wären diese während der Zeit, in der sie sich um kranke oder gebrechliche Angehörige kümmern, finanziell und sozial besser abgesichert.

Weil ihr Gerechtigkeit und das soziale Miteinander unter den Menschen in ihrer Heimatregion so wichtig ist, würde Alexandra Wallrodt als Landtagsabgeordnete dafür gern einen Teil ihrer Bezüge zur Verfügung stellen. Das könnten durchaus 1500 Euro im Monat sein, versichert sie.

Das Geld solle dann verwendet werden, um soziale Benachteiligungen auszugleichen. „So etwas müssten eigentlich alle Abgeordneten aus Pflichtgefühl gegenüber den Menschen, die sie gewählt haben, machen“, stellt sie klar.

Direktkandidaten für den Kyffhäuserkreis im Kurzportrait

Donata Vogtschmidt (Linke)
Christoph Saal (Linke)
Robert Teske (AfD)
Jens Cotta (AfD)
Stefan Schard (CDU)
Johannes Selle (CDU)
Alexandra Wallrodt (SPD)
Sascha Schwerdt (SPD)
Jürgen Rauschenbach (B90/Grüne)
Janine Ritschel (B90/Grüne)
Leon Rob Diekneite (FDP)
Fred Degenhardt (FDP)
Ralf Köhler (Einzelkandidat)

Ihre eigenen Ansichten spiegelten sich nach wie vor in den Werten wider, wie sie in der „alten Dame SPD“ gepflegt würden. Früh, bereits mit 19 Jahren, habe sie diese große Übereinstimmung bewogen, in die Partei einzutreten. Sie habe sich einfach einen Beitrittsantrag aus dem Internet heruntergeladen und sei zu ersten Veranstaltungen im Ortsverband Greußen gegangen.

Flüchtlingshilfe gab Impulse für politische Arbeit

„Hier fühlte ich mich als junge Frau sofort gut aufgenommen und in meiner politischen Entwicklung gefördert“, blickt Alexandra Wallrodt zurück. „Ich stamme zwar nicht aus einer politisch aktiven Familie. Aber meine Eltern haben mir schon beigebracht, mich mit den Dingen kritisch auseinanderzusetzen und mir eine eigene Meinung zu bilden.“

Mit dieser Einstellung, ihrer Beharrlichkeit und ausgeprägtem Organisationstalent habe sie bei den Jusos, der Jugendorganisation der SPD, schnell erste Erfolge mit politischen Aktionen erzielt. So habe sie sich in den Jahren 2015 und 2016 stark bei der Hilfe für Flüchtlinge engagiert. Auch in der Zeit nach dem Beginn des Ukrainekrieges habe sie einige Aktionen mit auf die Beine gestellt.

Bezug zur Kommunalpolitik in Clingen soll erhalten bleiben

Seit Mai sitzt Alexandra Wallrodt im Clingener Stadtrat und im Kreistag des Kyffhäuserkreises. Hier will sie auch weiterhin ihren Lebensmittelpunkt behalten. Auch, wenn sie als Abgeordnete in Erfurt einziehen sollte.

Auch auf Landesebene ist Alexandra Wallrodt politisch kein unbeschriebenes Blatt. Sie ist stellvertretende Landesvorsitzende bei den Jusos.

Während ihres berufsbegleitenden Studiums arbeitete sie vier Jahre lang im Thüringer Bildungsministerium. Derzeit ist sie im Landesverwaltungsamt angestellt.

Die Arbeit in den Landesbehörden, aber auch das Studium, in dem sie sich mit Staatswissenschaften oder Kommunalrecht auseinandergesetzt habe, würden ihr in ihrem politischen Engagement immer wieder fachlich sehr weiterhelfen, schätzt sie ein. Bei einem Mandat im Landtag wären sie sicher auch hilfreich.

Die Wahlkreise im Kyffhäuserkreis und ihre Kandidaten

Wahlkreis 10 (westlicher Kyffhäuserkreis)

Donata Vogtschmidt (Linke)

Robert Teske (AfD)

Stefan Schard (CDU)

Alexandra Wallrodt (SPD)

Jürgen Rauschenbach (B90/Grüne)

Leon-Rob Diekneite (FDP)

Ralf Köhler (Einzelkandidat)

Wahlkreis 11 (östlicher Kyffhäuserkreis)

Christoph Saal (Linke)

Jens Cotta (AfD)

Johannes Selle (CDU)

Sascha Schwerdt (SPD)

Janine Ritschel (B90/Grüne)

Fred Degenhardt (FDP)

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