„Bildung hat bei uns oberste Priorität.“ Das Versprechen der CDU im Wahlkampf ist auch ein Versprechen Stefan Schards. Der Sondershäuser Politiker will am 1. September wieder gewählt werden. Seit 2019 sitzt er als Direktkandidat im Wahlkreis Kyffhäuserkreis I im Thüringer Landtag.
Der Jurist sitzt dem Verfassungsausschuss vor, ist Mitglied im Justiz- und Migrationsausschusses und auch im Untersuchungsausschuss zur Postenaffäre.
Politik ist kein Selbstzweck, sagt der 49-Jährige. „Man tritt doch an, damit man das Land besser übergibt, als es zu Beginn war. Im Moment ist es das unter dieser Regierung nicht“, meint Schard. Und kommt gleich wieder auf das Thema Bildung zu sprechen. Im Ländervergleich sei Thüringen durchgereicht werden. Die Gründe dafür könne auch er in der Familie beobachten, von Freunden hören, im Wahlkreis erleben. Die Klassen sind zusammengewürfelt, leistungsstarke sitzen neben Kindern, die nur wenig Deutsch sprechen. Es fehlt an Lehrern, an Ausstattung. Geredet werde aber darüber, Noten abzuschaffen oder es werde daran erinnert, was eine CDU-Regierung vor Jahrzehnten versäumt habe. „15 Jahre hat die CDU keinen Kultusminister gestellt. Wäre es nicht an der Zeit, an den eigenen Versäumnisse zu arbeiten?“ An Bildung hängt auch unser Wohlstand.
Das Land muss etwas einfordern, von denen, die kommen
Und woher sollen die vielen neuen Lehrer kommen? Mehr Ausbildung, schnellere Verfahren bei der Einstellung von Lehrern. Viel zu häufig seien andere Bundesländer schneller als Thüringen. Quereinsteiger besser begleiten bei der Ausbildung, nicht nur für deren gute Qualifizierung, sondern auch um sie nicht gleich wieder zu verlieren.

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Migrations- und justizpolitischer Sprecher seiner Partei ist der gebürtige Greußener. Das sind die Themenfelder, bei denen mehr Realismus vonnöten sei. „Wir können nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt die, die sich hier einbringen, integrieren und etwas erreichen wollen und die, die das nicht wollen. Straftäter können wir nicht akzeptieren“, sagt Schard. „Und nicht nur das muss man sagen, sondern auch, dass dieses Land ein Interesse hat und etwas fordern sollte: Sprache und Leistung.“
Die Wahlkreise im Kyffhäuserkreis und ihre Kandidaten
Wahlkreis 10 (westlicher Kyffhäuserkreis)
Jürgen Rauschenbach (B90/Grüne)
Wahlkreis 11 (östlicher Kyffhäuserkreis)
Herausfordernd waren die vergangenen fünf Jahre im Parlament von Beginn an und bis zum Schluss: „Ereignisse und Krisen, die für drei Legislaturen gereicht hätten“. Getrübt habe das seinie Freude an der Arbeit als Parlamentarier nicht. Dabei sieht er sich gar nicht so sehr als Politiker, der sich „in Erfurt einschließt und an Gesetzen arbeitet“.
Politiker müssen den Alltag der Leute kennen
„Politik ist kein Selbstzweck“, sagt Stefan Schard. Wer das Leben der Menschen organisieren will, der sollte auch Erfahrungen aus dem ganz normalen Leben haben. Ausbildung und Berufserfahrungen findet Schard, der selbst jahrelang in der Stadtverwaltung Sondershausen tätig war, wichtig. Am Ministergesetz, das festlegt, dass künftig auch Minister über einen Abschluss und Berufserfahrung verfügen müssen, hat er für die CDU mitgearbeitet und es durchs Parlament gebracht.
Als Politiker versucht er nun, vor allem den Spagat zwischen der Arbeit im Landtag und dem Wahlkreis zu meistern. „Das spiegeln unserer Arbeit im Parlament. Mit Bürgern reden, auch ihre Kritik hören. Mit Unternehmern sprechen, Probleme wahrnehmen, auch wenn man sie nicht immer lösen kann, das auszuhalten und zu vermitteln. Impulse auf- und mitnehmen, das gehört alles für mich dazu.“
Den gelben Bus, mit dem er schon den Wahlkampf 2019 bestritten hat, der war in den vergangenen fünf Jahren untergestellt. Der stand nicht in der Garage neben Trabis und der Schwalbe, an denen er in seiner Freizeit bastelt. Der war auf den Straßen zu sehen. Vier, fünf Termine an Wochenenden, vor allem in den Sommermonaten, seien keine Seltenheit, wenn die Menschen feiern, die Vereine einladen.
Für ihn seien die vergangenen fünf Jahren „unglaublich spannend“ gewesen. „Und es sei nach vor für ihn auch eine sehr große Ehre im Parlament tätig sein und das als direkt gewählter Vertreter.“
Direktkandidaten für den Kyffhäuserkreis im Kurzportrait
Donata Vogtschmidt (Linke)
Christoph Saal (Linke)
Robert Teske (AfD)
Jens Cotta (AfD)
Stefan Schard (CDU)
Johannes Selle (CDU)
Alexandra Wallrodt (SPD)
Sascha Schwerdt (SPD)
Jürgen Rauschenbach (B90/Grüne)
Janine Ritschel (B90/Grüne)
Leon Rob Diekneite (FDP)
Fred Degenhardt (FDP)
Ralf Köhler (Einzelkandidat)




